Corona: Bis zum Sommer soll Großteil der Spanier geimpft sein

Der Impfplan der Regierung sieht vor, dass bis Juni 35 Millionen Menschen geimpft sein sollen. Auch von einer Impfpflicht ist die Rede. Spanien möchte gemeinsam mit Deutschland unter den Ersten sein, die Massenimpfungen durchführen.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte an, dass am kommenden Donnerstag ein vollständiger Impfplan vorliegen soll. Demnach soll ein erheblicher Teil der knapp 47 Millionen Spanier schon in den ersten sechs Monaten des neuen Jahres geimpft werden. Gesundheitsminister Salvador Illa hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass Spanien im Dezember 31,6 Millionen Dosen des Coronaimpfstoffs von AstraZeneca beschaffen möchte.

Die Regierung hat für den stolzen Impfplan bereits 1.011 Millionen Euro für den Kauf von Impfstoffen reserviert. Spanien möchte gemeinsam mit Deutschland zu den Ersten gehören, deren Bevölkerung in Massen geimpft wird.

Derweil ist in Spanien eine Debatte um eine mögliche Impfpflicht entfacht. Illa hatte angekündigt, dass die Anticorona-Impfung freiwillig bleiben soll. Medienberichten zufolge hat jedoch der Präsident der spanisch autonomen Gemeinschaft Galicien eine Strafverfolgung von Impfverweigerern ins Spiel gebracht. Da seine Partei in der Region die absolute Mehrheit hat, gilt es als wahrscheinlich, dass er damit durchkommt. Dann droht Impfgegnern eine Strafe von 3000 Euro. Wenngleich der nationale Gesundheitsminister eine Impfpflicht „nicht empfohlen“ hat, ist diese rechtlich möglich in Spanien. Gewaltherrscher Francisco Franco schuf aus Angst vor der Diphterie und den Pocken in den 1940er Jahre eine Gesetzesgrundlage, die eine Impfpflicht ermöglicht.

In Deutschland soll die Corona-Impfung freiwillig bleiben. Dies betonte Gesundheitsminister Jens Spahn mehrfach. Die Bundesregierung sicherte sich bereits die Impfdosen für 47 Millionen Personen in Deutschland. Spahn hofft, dass damit eine Herdenimmunität erreicht werden kann, dass also genug Menschen geimpft sind, um eine unkontrollierte Verbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern. Um dieses Ziel zu erreichen, sicherte sich Deutschland 40 Millionen Impfdosen direkt bei den Herstellern als Gegenleistung für staatliche Förderungen bei der Entwicklung. Weitere 54 Millionen Impfdosen stehen Deutschland als Teil eines Gesamtvertrags der EU zu. Für eine wirksame Immunisierung gegen COVID-19 müsse jedoch jeder Mensch zwei Impfdosen erhalten, erklärte der Gesundheitsminister.

Zunächst sollen Personen aus den absolut gefährdeten Risikogruppen geimpft werden sowie medizinische Angestellte und Pflegepersonal, dann Arbeitsnehmer in sogenannten Schlüsselrollen. Darunter fallen Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter der Gesundheitsämter. Was dann noch übrig ist, soll dem Rest der Bevölkerung zur Verfügung stehen.