Corona-Mutante in Kita nachgewiesen – Ministerpräsident sagt PR ab

Die Entscheidung über die Öffnung von Kitas und Grundschulen hätte heute fallen sollen. Dann jedoch meldeten die Behörden mehrere Fälle der neuen Corona-Mutante in einer Kita in Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg). Der grüne Regierungschef Winfried Kretschmann ließ daher die geplante Pressekonferenz für heute Nachmittag platzen.

In einer Freiburger Kindertagesstätte ist Sars-CoV-2 ausgebrochen. Mindestens 21 Personen sind infiziert. Bei zwei Kindern wurde heute festgestellt, dass es sich bei ihrer Infektion um eine mutierte Virusvariante handelt.

Winfried Kretschmann, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, reagierte auf die neue Situation umgehend und sagte ein geplante Pressekonferenz für heute Nachmittag ab. Eigentlich wollte die Landesregierung heute verkünden, dass ab Montag wieder schrittweise die Kitas und Grundschulen geöffnet werden sollten. Zumindest die Klassenstufen 1 bis 2 sollten wieder im Wechselbetrieb agieren. Bisher stand arbeitenden Eltern zwar ein Betreuungsangebot zu. Regulärer Unterricht war jedoch abgesagt. Mutmaßlich tagt die Regierung unter Kretschmann nun erneut, um über die Situation zu beraten. Mit den zwei Kindern sind nun acht Fälle von Virus-Mutation im Südwesten Deutschlands nachgewiesen worden.

Die Fallzahlen in Baden-Württemberg sind seit drei Wochen am sinken. Speziell in Freiburg sah die Prognose gut aus: Die Stadt am Rande des Schwarzwaldes näherte sich wieder dem Inzidenzwert von 50 an.

Am Dienstag hatte Kretschmann bereits gemahnt, dass man im Auge behalte, ob die neue Virusvariante aus Großbritannien sich weiter im Südwesten ausbreitet. Da diese aggressiver ist, könne eine solche Entwicklung „zu drastischen Maßnahmen führen“, sagte der Grünen-Politiker. „Wir sind noch nicht über den Berg. Wir sind in der schwierigsten Phase der Pandemie.“ Die Baden-Württemberger müssen nun damit rechnen, dass Lockerungen zurückgenommen werden.

Die zuerst in Großbritannien und Südafrika nachgewiesenen Corona-Varianten B.1.1.7 und B.1.351 gelten als deutlich ansteckender als das altbekannte Virus. Letzte Woche hatte der britische Premierminister Boris Johnson verkündet, dass es Hinweise gebe, dass die britische Mutation auch tödlicher sei als andere Varianten des Virus. Später nahm er die Aussage aber wieder zurück. Wissenschaftler hatten kritisiert, dass die zugrundeliegende Datenmenge zu klein sei, um eine solche Aussage zu treffen. Hintergrund ist eine Studie in relativ kleinem Umfang, bei der eine höhere Sterblichkeit beobachtet wurde. Die Zusammenhänge sind jedoch noch unklar und keinesfalls bestätigt.