Corona-Studie: Biontech-Impfstoff stoppt die Übertragung

Wenn es uns gelingt, durch Impfen die Weiterübertragung von Corona zu stoppen, kann das normale Leben wiederbeginnen. Genau dies ist nun in Israel geschehen. Eine Studie belegt: Der Impfstoff von Biontech/Pfizer bremst die Weiterübertragung von Sars-CoV-2 zu fast 90 Prozent. Das sind die vielleicht besten Nachrichten des Jahres.

Der Anti-Corona-Impfstoff, der in Zusammenarbeit zwischen der deutschen Firma Biotech und dem US-Konzern Pfizer entwickelt wurde, schützt zuverlässig vor einer Weiterübertragung der Viren. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des israelischen Gesundheitsministeriums.

In Israel ist die Impfquote besonders hoch. Deswegen kann das Land seit Wochen Daten sammeln, wie die Impfungen sich auf den Pandemieverlauf auswirken. Anhand einer Beobachtungsstudie von 1,7 Millionen Geimpften zeigte sich, dass die Weiterübertragung von Sars-CoV-2 mit dem Biontech-Präparat zu 89,4 Prozent gestoppt werde. Darüber berichtete zuerst das Magazin „SPIEGEL“ auf seiner Website. Das Ergebnis sei überraschend eindeutig, heißt es in dem Bericht. In wissenschaftlichen Kreisen veröffentlicht wurde die Studie allerdings noch nicht. Weder als Preprint noch in einem Fachmagazin.

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité hatte im NDR-Podcast vor wenigen Tagen bereits zwei Studien erwähnt, in denen die Viruslast von Geimpften untersucht worden war. „Es ist nur die erste Dosis, die man anscheinend braucht, um wieder zu einem deutlichen Absinken der Viruslast zu kommen“, sagte Drosten. Knapp drei Wochen später sei die Viruslast bei den Probanden erheblich abgesunken, „und das in einen Bereich, in dem nach unserer Einschätzung die Infektiosität endet“, so der Virologe. Das gelte nicht nur für das Ursprungsvirus, sondern auch für die sogenannte britische Corona-Mutation B.1.1.7.

Da in Israel nur mit dem Biontech-Impfstoff geimpft wird, liegen noch keine vergleichbaren Daten über die Impfstoffe anderer Hersteller vor. Drosten glaubt jedoch: „Die Daten, die für die Vakzine von Biontech/Pfizer und AstraZeneca vorliegen, sind sehr ermutigend. Man kann vermuten, dass die Übertragbarkeit durch die Impfung insgesamt verhindert wird.“

Bislang war unklar, ob die zugelassenen Impfstoffe gegen Corona nur den Geimpften selbst vor einem schlimmen Krankheitsverlauf schützen oder ob sie tatsächlich eine Weiterverbreitung des Virus hemmen. Dieser Unterschied ist aber maßgeblich für den Pandemieverlauf. Wenn die Übertragung gestoppt wird, kann die Pandemie ausgebremst werden. Außerdem werden dadurch bei einer hohen Impfquote auch die Personen geschützt, die sich selbst nicht impfen lassen wollen oder können.