Corona-Varianten aus Südafrika und Brasilien schützen sich vor Antikörpern

Drei besorgniserregende Corona-Mutationen befinden sich derzeit im Umlauf. Besonders alarmiert sind Virologen wegen zwei Varianten, die sich vor dem menschlichen Immunsystem verstecken. Impfungen und Erstinfektionen werden bei ihr möglicherweise unwirksam.

Die Corona-Varianten die zuerst in Südafrika und Brasilien entdeckt worden sind, tragen eine Mutation an ihrem Spikeprotein, die dem Virus hilft, sich vor den Antikkörpern des menschlichen Immunsystems zu verstecken. Wissenschaftler sind besorgt. „Das Virus könnte sich dann auch unter bereits Geimpften verbreiten und auch unter Menschen, die die Krankheit schon durchgemacht haben. Das ist ganz klar die größere Gefahr“, sagte der SPD-Epidemiologe Karl Lauterbach gegenüber der „Tagesschau“.

Der Impfstoffhersteller Astrazeneca hat bereits eingeräumt, dass sein Präparat nur bedingt vor der Corona-Variante aus Südafrika schützt.

Es sind drei Varianten, die die Welt in Atem halten: die in Brasilien entdeckte Variante wird P.1 genannt, die in Südafrika erschienen Variante wird als B.1.351 bezeichnet und die in Großbritannien weit verbreitete Variante wird als B.1.1.7. identifiziert.

Über die Varianten P.1. und B.1.351 ist bereit bekannt, dass diese über die Mutation N501Y verfügen und sich dem Immunsystem entziehen. Die britische Variante B.1.1.7. sowie B.1.351 sind außerdem wegen ihrer hohen Ansteckungsrate gefürchtet. Inzwischen gibt es jedoch immer mehr Hinweise, dass die Varianten sich mischen, dass also auch Abkömmlinge der hochansteckenden Mutante B.1.1.7. sich vor Antikörpern schützen könnten.

“Es sind bereits vielfältige Stämme mit veränderter Immunogenität und vielleicht erhöhter Übertragbarkeit aufgetreten und haben sich verbreitet”, schrieb die Universität Pittsburgh in einem Statement. Daten der Universitäten Oxford und Witwatersrand deuten unterdessen darauf hin, dass der Impfstoff von Astrazeneca nicht mehr vor einer leichten oder mittelschweren Erkrankung durch die Mutante B.1.351schützt. Ein Sprecher von Astrazeneca betonte jedoch: “Wir glauben, dass unser Impfstoff gegen eine schwere Erkrankung schützen kann, da die Aktivität neutralisierender Antikörper genauso funktioniert wie bei anderen Covid-19-Vakzinen, die gegen schwerere Erkrankungen funktionieren – besonders wenn der Abstand zwischen den beiden Dosen auf acht bis zwölf Wochen optimiert ist”. Diese Einschätzung gilt jedoch laut „Financial Times“ nur als begrenzt aussagekräftig, da die Probanden der zugrundeliegenden Studie jung und gesund waren.

Auch andere Hersteller räumten ein, dass die Corona-Variante aus Südafrika problematisch sei. Mehrere Pharmaunternehmen arbeiten bereits darauf hin, ihre Impfstoffe an die neuen Viruseigenschaften anzupassen.