Deutscher Wetterdienst warnt vor Sturmtief „Brigitte“

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Orkanböen mit Alarmstufe Rot in einigen Teilen Deutschlands. In Frankreich hat das Sturmtief bereits eine Schneise der Zerstörung hinterlassen.

Ausgerechnet zum Tag der Deutschen Einheit zeigt sich das Wetter über der Bundesrepublik gar nicht einheitlich. Während es in einigen Landesteilen sonnig und warm bleibt, wütet im Norden und am Alpenrand ganz im Süden der Republik Sturmtief „Brigitte“.

Der Deutsche Wetterdienst setzte für Oberbayern Alarmstufte Rot an. Dies entspricht einer amtlichen Unwetterwarnung Stufe 3. Auf exponierten Lagen können sich Orkanböen mit zu 130 km/h entwickeln. Jeder, der sich oberhalb von 1500 Metern befindet, muss mit Windgeschwindigkeiten jenseits von 110 km/h rechnen. In Tälern können noch Sturmböen mit bis zu 80 km/h auftreten.

Entlang der Nordseeküste sowie an den westlichen Teilen der Ostsee bis nach Fehmarn gilt amtliche Unwetterwarnung Stufe 2. Es treten Sturmböen mit Geschwindigkeiten jenseits der 55 km/h aus östlicher Richtung auf, so der DWD auf seiner Website.

Bis zum Sonntag soll sich die Unwetterlage weitestgehend wieder abschwächen. „Brigitte“ hinterlässt dann ein mildes Klima und beschert eine warme Nacht im Süden Deutschlands.

Auch unabhängig von der Sturmlage ist das Wetter polarisierend. Im Osten Deutschlands zeigt sich der Goldene Oktober von seiner schönsten Seite. Im Westen ist es teils sehr regnerisch.

Die kommende Woche startet gemäß Wettervorhersagen mit klassischem Herbstwetter. Es wird wechselhaft und bewölkt. In Teilen Deutschlands sind Regenfälle und Gewitter wahrscheinlich. Das Temperaturmaximum fällt unter 19 Grad.

Sturm verwüstet Straßen an der französischen Atlantikküste

Die Westküste Frankreichs wurde bereits heute Nacht von heftigen Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h aufgesucht. Das Unwetter entwurzelte Bäume, verursachte Gebäudeschäden und sorgte für weitreichende Stromausfälle. 80.000 Franzosen in der Bretagne sind ohne Strom. Todesopfer wurden keine gemeldet.

Im Landesinnern erreichten die Luftbewegungen teils noch 130 km/h. Inzwischen haben die Winde in Frankreich deutlich nachgelassen.

Heftige Regenfälle über den Alpen in Italien und der Schweiz

Das Sturmzentrum hat sich im Laufe des Vormittags Richtung Alpen bewegt. Im Süden der Schweiz und in Norditalien verursacht „Brigitte“ nun heftige Regenfälle. Über das Wochenende werden Wassermassen von 150 bis 300 Liter pro Quadratmeter erwartet. Zum Vergleich: In Berlin fällt die doppelte Menge Wasser pro Quadratmeter normalerweise innerhalb eines ganzen Jahres an.