Die Bahn kündigt monatelange Streckensperrungen an

Die Bahn ist längst für ihre Probleme mit der Pünktlichkeit bekannt. Jetzt kommt es noch dicker: Der Konzern kündigt monatelange Streckensperrungen an und das auf Hauptverkehrsadern!

Die Schnellfahrstrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart müssen grundlegend erneuert saniert werden, so teilte die Bahn Anfang der Woche mit. Pendlern steht damit eine aufregende Zeit bevor. Bis 2023 will der Konzern seine Strecken in Etappen erneuern. Das Mammut-Projekt wird bundesweite Verkehrsbehinderungen zur Folge haben. Zahlreiche Fernzüge müssen umgeleitet werden. Kunden erwartet während der Bauarbeiten eine Fahrzeitverlängerung von 30 bis 45 Minuten. Auch der Nahverkehr soll betroffen sein.

Vom 11. Juni bis 14. Dezember 2019 soll der Abschnitt Hannover-Göttingen sechs Monate lang gesperrt werden. Im Jahr darauf wird die Strecke Mannheim-Stuttgart von April bis Oktober unzugänglich. April bis Juli 2021 wird die Verbindung Göttingen-Kassel gesperrt, 2022 die Trasse Fulda-Würzburg. 2023 trifft es die Verbindung Kassel-Fulda.

Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann erklärte, dass die Streckensperrungen indirekt auch den Nahverkehr treffen werden. Denn während der Bauarbeiten würde der Fernverkehr teilweise auf Nahverkehrsstrecken umgeleitet. Beispielweise würden während der Sanierung des ersten Abschnitts zwischen Hannover und Göttingen von Juni bis Dezember 2019 ICE und Intercity-Züge über die Strecke im Leinetal umgeleitet. Diese sei aber bereits jetzt schon durch viele Güter- und Nahverkehrszüge gut ausgelastet. „Das wird sich im Nahverkehr auswirken. Da werden auch einige Züge nicht fahren können“, sagte Naumann. Die Bahn hat sich hohe Ziele gesteckt, um den Bedürfnissen der Kunden trotzdem gerecht zu werden. So sollen im Südharz mehrere Zugverbindungen durch Busse ersetzt werden und die sollen, so das ambitionierte Ziel der Bahn, möglichst pünktlich sein. „Das Wichtigste ist, dass die Baumaßnahmen gut geplant und die Fahrgäste rechtzeitig informiert werden“, ergänzte Naumann. Dazu brauche die Bahn Reserven. „Nichts ist schlimmer für die Fahrgäste, als einen Ersatzfahrplan zu haben, der dann aber nicht eingehalten wird, wenn also zu der planmäßig längeren Fahrzeit dann auch noch eine Verspätung hinzukommt.“

Der Konzern bittet um Verständnis für die Umstände. Denn die bevorstehenden Bauarbeiten seien unvermeidbar. Die betroffenen ICE-Strecken seien seit ihrer Eröffnung 1991 im Dauerbetrieb. Täglich verkehrten auf der Trasse Hannover-Würzburg 110 Fernzüge und 26 Güterzüge durch Niedersachsen, Hessen und Bayern. Zwischen Mannheim und Stuttgart seien täglich 185 Fernzüge und 24 Güterzüge unterwegs. Kleine regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen reichten nun nicht mehr aus. Bei den Bauarbeiten werden Gleise, Weichen, Schotter, aber auch die Oberleitungsmasten sowie die Strom- und Sicherungstechnik erneuert.