

Für die Sicherheit der Vereinigten Staaten: Donald Trump greift nach der nächsten Insel. Und das trotz der Proteste eines der engsten Verbündeten der USA sowie der Entscheidung zweier internationaler Gerichte.
Man sollte keinen Moment lang annehmen, dass Trump seine Absichten in Bezug auf Grönland aufgegeben hat. Doch das ist nicht die einzige Insel von strategischer Bedeutung für die Vereinigten Staaten. Zuletzt hat Trump seine Pläne für eine weitere Insel – oder vielmehr eine ganze Inselkette – verkündet, ungeachtet der Tatsache, dass diese bereits jemand anderem gehören.
Trump will die Chagos-Inseln besitzen
Die Rede ist von den Chagos-Inseln. Auf der Landkarte erscheinen sie als eine Ansammlung winziger Fleckchen im Indischen Ozean, etwa 750 km südlich der Malediven. Seit über 200 Jahren gehören diese Inseln als „Britisches Territorium im Indischen Ozean“ zu Großbritannien. Doch das sollte sich bald ändern.
Großbritannien hält die Chagos-Inseln seit 1814 in seinem Besitz, doch im Einklang mit Entscheidungen des Gerichts in Den Haag (2019) und des Internationalen Seegerichtshofs (2021) bereitete es sich endlich darauf vor, sie ihrem rechtmäßigen Eigentümer, Mauritius, zurückzugeben. Das gefällt Trump überhaupt nicht.
Der Grund: Auf einer der Inseln, Diego Garcia, befindet sich ein wichtiger Militärstützpunkt, der gemeinsam von Großbritannien und den USA genutzt wird. Die Lage der Insel mitten im Indischen Ozean ist besonders günstig, um Ostafrika, Südasien und den Nahen Osten, einschließlich des Iran, zu überwachen. Diego Garcia wurde früher sogar als „Amerikas unsinkbarer Flugzeugträger“ bezeichnet.
Trump vollzieht 180-Grad-Wende
In einem Schritt, der die Wiedergutmachung einer weiteren durch den Kolonialismus verursachten Ungerechtigkeit bedeutete, kündigte Großbritannien im vergangenen Jahr seine Absicht an, die Chagos-Inseln an Mauritius zurückzugeben. Die Absicht war, ein Abkommen zur weiteren Pacht von Diego Garcia umzusetzen – für die nächsten 99 Jahre, für satte 115 Millionen Euro pro Jahr. Alle schienen mit der Entscheidung zufrieden zu sein – Außenminister Marco Rubio nannte das Abkommen eine „monumentale Errungenschaft“.
Nun hat Trump eine komplette Kehrtwende vollzogen: In einer aktuellen Stellungnahme bezeichnete er die Rückgabe der Chagos-Inseln als „große Dummheit“ – ein sicheres Zeichen von Schwäche gegenüber Russland und China. Trump beabsichtigt nun, die Chagos-Inseln zu kaufen. Er sieht in der Situation einen weiteren Grund dafür, warum Grönland zu den USA gehören sollte. Großbritannien hat unterdessen seinen Plan, die Inseln an Mauritius zurückzugeben, bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Es bleibt abzuwarten, wie es hier weitergeht.
Foto: Donald Trump (Archiv), via dts Nachrichtenagentur