Erfolgsautorin Rosamunde Pilcher ist tot

Rosamunde Pilcher, die Erfolgsautorin hinter den berühmten Liebesfilmen und Romanen aus Cornwall ist gestorben. Sie wurde 94 Jahre alt.

Erfolgsautorin Rosamunde Pilcher ist in der Nacht zum Donnerstag an den Folgen eines Schlaganfalls in einem Krankenhaus in Schottland gestorben.

Der 66-jährige Produzent der berühmten Filmreihe Michael Smeaton sagte gegenüber der BILD-Zeitung: „Wir sind alle sehr überrascht. Ich habe sie im Spätherbst noch in ihrem Haus in Schottland besucht und im September mit ihr Geburtstag gefeiert. Da ging es ihr gut und sie machte einen fitten Eindruck.“

Rosamunde Pilcher soll nur kurz erkrankt und dann schnell gestorben sein. Sie verbrachte ihren Ruhestand in Dundee, einem idyllischen Ort in Schottland, der mit Schafweiden, grünen Hügeln und blühenden Hortensien den Roman-Kulissen um nichts nachstehe, recherchierte die Zeitung.

Pilcher war bis zu ihrem Tod 63 Jahre lang verheiratet. In einem Interview mit der BILD-Zeitung offenbarte die Künstlerin der berührenden Liebesgeschichten, dass sie selbst das Leben keineswegs durch eine naive Romantikerbrille betrachtete. 2014 sagte sie der Zeitung: „Ich bin glücklich, weil ich vom Leben nicht zu viel erwarte. Niemand ist perfekt. Und wir müssen alle sterben.“ Vom romantischen Empfehlungen in Sachen Liebe hielt sie nichts: „Denn Liebe ist nicht Herzrasen, es ist das Gefühl, den Richtigen gefunden zu haben. Liebe auf den ersten Blick gibt es kaum.“ Auf die Ehe hatte sie einen eher konservativen Blick, die Herausforderungen des Lebens meisterte sie in organisierter Selbstdisziplin.

Pilcher gilt als eine der erfolgreichsten Autorinnen der Gegenwart. Sie verkaufte weltweit über 60 Millionen Romane. Sie hatte mit 18 Jahren angefangen zu schreiben und erst vor sieben Jahren damit aufgehört. Die in Deutschland sehr populäre Rosamunde Pilcher Filmreihe hatte im vergangen Jahr laut 25-jähriges TV-Jubiläum gefeiert. Das ZDF hatte über 100 Romane und Erzählungen verfilmt und damit durchschnittlich sieben Millionen Zuschauer erreicht.

Der außergewöhnliche Erfolg ihrer Romane voller Gefühl und Ästhetik wurde immer wieder von Literaturkritikern bewundert. 1991 schrieb die berühmte Literturkritikerin Elisabeth Endres dazu in der Süddeutschen Zeitung: „In den Geschichten der Pilcher wird dem Leser keine vorschnelle Harmonie vorgegaukelt. Es gibt sehr viel hartes Schicksal (…). Gerade deswegen wirkt ihre Grundeinstellung so verführerisch. Das Urvertrauen wird immer wieder bestätigt. Die Welt ist nicht heil, aber heilbar. Und die Schönheit der Natur, der britischen Landschaften wie der Mittelmeerinseln, ist ein Sinnbild dieser Heiterkeit.“