

Riesige Waldbrände haben seit Beginn des Sommers große Teile von Europa vernichtet und Hunderttausende aus ihren Häusern vertrieben. Durch einen phänomenalen Einsatz der gesammelten europäischen Rettungskräfte konnte zwar der größere Verlust von Menschenleben verhindert werden, aber der Sachschaden und die negativen Einwirkungen auf die Natur und Landschaft sind enorm. Mit dem Erlöschen der meisten Brände beginnt jetzt Ermittlungsarbeit, um herauszufinden, wer oder was für die Flammenwände verantwortlich ist. Ganz oben auf der Liste der Brandursachen steht menschliches Verhalten. Aber während viele der Brände durch Unachtsamkeit oder Unbedachtsamkeit wie weggeworfene Kippen, rücksichtlose Grillfeste im Freien oder hinterlassene Glasflaschen entstehen, befindet sich auch eine schockierend hohe Anzahl von bewussten Feuerlegungen durch Brandstifter.
474 Brandstifter festgenommen
In der europäischen Waldbrandserie war Frankreich besonders schlimm betroffen. In der Gironde-Region in der Nähe von Bordeaux rasten wochenlang mehrere Brände, die sowohl Einheimische als auch Touristen, darunter viele Deutsche, in die Flucht schlugen. Mehr als 200 000 Menschen in der Region wurden evakuiert und der Schaden beläuft sich in die Milliarden. Französische Behörden haben jetzt bekannt gegeben, dass seit dem 1. Juli insgesamt 474 Festnahmen wegen des Verdachts auf Brandstiftung vorgenommen wurden. 183 der Festgenommenen sind nach Angaben der Behörden minderjährig. Besonders aufsehenerregend: Der Brand in der Nähe des Merignac-Flughafens in Bordeaux, der zwei Feuerwehrleuten das Leben kostete und den Flugverkehr beeinträchtigte, wurde laut der Staatsanwaltschaft in Bordeaux vorsätzlich von einem 15-Jährigen gelegt.
Verdacht auf Brandstiftung in der Eifel
Auch bei den verheerenden Bränden in der Eifel verstärkt sich der Verdacht, dass jemand vorsätzlich das Feuer gelegt hat. Obwohl die Ermittlungen gerade erst begonnen haben, teilte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) mit, dass erste Erkenntnisse bereits Hinweise auf Brandstiftung geben. „Wir sehen durchaus, wenn verschiedene Brandstellen relativ gleichzeitig oder in enger Abfolge hochkommen“, sagte sie in einem Gespräch mit der Tagesschau. „Es macht einen stutzig.“ Die Polizei in NRW weist aus diesem Grund auf ihr Hinweisportal hin, auf dem Mitbürger Angaben hinterlassen können, die mit den Bränden in Zusammenhang stehen.