Erste Strandschließungen geplant

In der aktuellen Corona-Krise gibt es große Skepsis gegenüber Reisen ins Ausland, daher sind besonders Urlaubs-Hotspots an der Nord- und Ostsee gefragt.

Die Pandemie schien bei herrlichem Wetter am Wochenende schon wieder fast vergessen. Die Urlauber drängten sich dicht an dicht an den Stränden. In der Folge mussten einige Abschnitte wegen Überfüllung wieder geschlossen werde.

Die erste Ostsee-Region greift nun durch und will die Menschen-Massen an den Stränden automatisch steuern. In der Lübecker Bucht sollen ab Mitte Juli Bildschirme an den Stränden aufgebaut werden, die dann die aktuelle Situation mittels Ampel-Farben anzeigt:

GRÜN: die Lage ist ruhig, es ist genügend Platz am Strand
ORANGE: bald ist die Kapazitätsgrenze erreicht, besser einen anderen Strand anfahren
ROT: dieser Strand ist voll – und somit gesperrt

André Rosinski von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht sagte dazu: „Ziel ist es, die Besucherströme vorausschauend zu steuern – oft ist es so, dass ein Strandabschnitt, der nahe bei einem großen Parkplatz ist, überfüllt ist, während in anderen Bereich noch genügend Platz wäre“. So soll auch eine Vorab-Recherche dabei behilflich sein, freie Plätze am Strand zu finden.

Wie funktioniert die Corona-Ampel am Strand?

Durch die Belegung von Strandkörben und sonstiger Flächen, die die Vermieter und Kontrolleure melden, sammelt die Tourismus-Agentur Informationen zu den jeweiligen Strandabschnitten. „Die Kollegen machen das seit Jahren und haben ein sehr gutes Gefühl dafür, wie viele Menschen am Strand sind. Außerdem helfen die verkauften Tickets beim Abschätzen“, so Rosinski.

Außerdem sollen Sensoren ab Mitte Juli installiert werden, die an den Strandeingängen die Zu- und Abgänge von Besuchern erfassen und somit eine genaue Zahl von Besuchern ermitteln kann.

Daraus werden sich dann die Ampel-Einschätzungen ergeben. Diese werden dann auf einer Internetseite, einer App oder auch auf den Bildschirmen an den Strandzugängen sichtbar gemacht. In Corona-Zeiten soll so jeder Besucher als Faustregel acht Quadratmeter Platz haben, für Familien sind es rund 25 Quadratmeter. Rosinski weiter: „Wir belegen die Strände mit rund einem Drittel der sonstigen Besucher und sind beim Platz auch sehr großzügig, damit es nicht zu Streitereien unter den Besuchern wegen der Abstandsregeln kommt“.

Ausprobiert wurde das System zum ersten Mal am vergangenen Wochenende. Verständnis für eine Abweisung an den Stränden zeigten dabei die meisten Besucher, so Rosinski. „Bei manch einem, der schwer bepackt mit Kind und Kegel weggeschickt werden musste, gab es natürlich auch Frust.“

Vorbild für andere Regionen

Verantwortlich ist die Tourismus-Agentur Lübecker Buch für rund 30 Kilometer Strand an der Ostsee. Rund 50.000 Besucher sind es im Normalfall, die sich im Hochsommer an den Stränden zwischen Scharbeutz und Stettin tummeln. „Mit dieser Ampel-Idee sind wir sozusagen Vorreiter. Wir stehen aber mit anderen Regionen in engem Austausch, auch mit Kollegen an der Nordsee“, sagt Rosinski.

Allerdings sind auch von Region zu Region die Voraussetzungen verschieden. Tagestouristen sind zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht zugelassen, in Schleswig-Holstein hingegen schon. Wie schnell die Kapazitätsgrenzen erreicht werden, hängt aber auch von der Breite des Strandes ab.

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