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EU-Abstimmung Zeitumstellung: 80 % wollen sie abschaffen

Im Oktober werden unsere Uhren wieder umgestellt. Dann bekommen wir die Stunde wieder zurück, die man uns im Frühjahr genommen hat und alle dürfen gefühlt etwas länger schlafen. Schon jetzt ist die große EU-Abstimmung zur Sommerzeit beendet. Das Ergebnis ist eindeutig: 80 % der Teilnehmer möchten die Zeitumstellung abschaffen. Die EU-Kommission hat sich noch nicht zu dem Ergebnis geäußert.

4,6 Millionen Europäer haben gewählt. Die Mehrzahl möchte den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abschaffen. Nach dpa-Informationen spricht sich die Mehrzahl für einen Verbleib in der Sommerzeit aus. Die EU-Kommission hat noch keine Details mitgeteilt, außer dass über 3 der 4,6 Millionen Stimmen aus Deutschland kommen.

Am Dienstag-Abend verkündete eine Sprecherin, das Ergebnis müsse zunächst intern verbreitet werden, dann könnten weitere Schritte folgen. Schon vor der Abstimmung war klar, dass sie keine rechtsbindende Wirkung hat, sondern lediglich ein Meinungsbild abgeben sollte. CDU-Europaabgeordnete Peter Liese ist bekennender Gegener der Zeitumstellung. Er hofft auf einen raschen Vorschlag zu deren Abschaffung und erklärte im Interview mit der Westfalenpost: „Somit könnte das Gesetz noch vor der Europawahl im kommenden Mai verabschiedet werden“, sagte Liese. „Wenn das Ergebnis einer Konsultation so offensichtlich ist, dürfen die europäischen Gremien es nicht ignorieren.“

Da Deutschland über 3 Millionen der Stimmen beigetragen hat, scheint es so, als wären vor allem die Deutschen an einer Neuerung interessiert. Der Rest Europas hat sich verhältnismäßig bedeckt gehalten. Eine Änderung des geltenden Rechts würde jedoch EU-weit wirken. Die EU-Kommission hat nun die Möglichkeit einen Vorschlag zu machen. Das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten entscheiden dann mit.

In der Online-Abstimmung von Anfang Juli bis Mitte August konnten die Europäer mitteilen, ob sie bei der Zeitumstellung verbleiben wollen oder nicht und ob sie im Fall einer Neuregelung, eine dauerhafte Sommer- oder Winterzeit bevorzugen würden.

Die Zeitumstellung ist umstritten, weil sie teuer für die Wirtschaft ist und von vielen Menschen als lästig oder gar gesundheitsschädlich empfunden wird. Während manche Menschen unter Schlafstörungen leiden, klagen Arbeitgeber über ineffiziente Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Umstellung. Außerdem verursacht die fehlende bzw. geschenkte Stunde immer wieder einen Mehraufwand in Computersystemen. Befürworter argumentieren mit möglichen Energieeinsparungen oder mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Auch die Touristikbranche soll von den verlängerten Sommerabenden profitieren. An wissenschaftlichen Belegen mangelt es.