Sommerwetter: Frau beim Sonnenbad

EU gibt grünes Licht für Urlaubsreisen

Die Bundesregierung macht weiter Hoffnung, dass es mit einem Sommerurlaub trotz Corona-Krise klappen könnte. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sieht „gute Chancen, dass die Menschen im Sommer in ihre liebsten europäischen Urlaubsregionen reisen können“.

Optimismus verbreitet auch Außenminister Heiko Maas: „Wir hoffen, dass wir die weltweite Reisewarnung zumindest für die Europäische Union nach dem 14. Juni wieder aufheben und durch abgestufte Reisehinweise ersetzen können“, sagte er.

„Wir wollen auch in diesem Jahr der Corona-Krise einen europäischen Sommerurlaub möglich machen – aber unter verantwortbaren Umständen“, so Maas und betonte erneut, dass nicht der Profit sondern die Sicherheit dabei im Vordergrund stehen müssen. „Klar ist: Wir wollen kein europäisches Wettbieten um Touristen.“

Der Tourismusbeauftragte Bareiß ergänzt noch: „Die konsequente Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln bleibt unumgänglich“. „Zwischen Gesundheitsschutz, Reiselust und wirtschaftlichen Interessen“ müsse letztlich sorgfältig abgewogen werden.

„Millionen von Jobs stehen auf dem Spiel“

Der Hintergrund dazu ist, dass Grenzöffnungen in mehreren EU-Ländern angekündigt wurden. Ab dem 3. Juli will Italien wieder Touristen ins Land lassen und für den innereuropäischen Flugverkehr seine Flughäfen öffnen. Am 15. Juni folgt dann Österreich mit den Grenzöffnungen zu Deutschland und ab 1. Juli sind Gäste auf holländischen Campingplätzen wieder erlaubt. Eine schrittweise Öffnung für Touristen plant auch Mallorca ab Ende Juni.

Die Touristen-Saison in Griechenland soll ab 15. Juni starten, griechische Ziele starten Stand jetzt schrittweise wieder ab dem 1. Juli. Die von der Corona-Pandemie geschwächte Wirtschaft soll so wieder an Fahrt gewinnen. Bei den Beratungen der Tourismusminister sagte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton, dass Millionen Jobs in der Branche auf dem Spiel stünden. In der kommenden Woche will die Kommission ein Konjunkturprogramm vorstellen, bei dem auch die Reisebranche Unterstützung bekommen soll.

Durch die Corona-Krise ist die Tourismusbranche, die rund zehn Prozent der EU-Wirtschaftsleistung ausmacht, mit am stärksten betroffen. Dieses Geschäft ist quasi auf null heruntergefahren. Viele Reisen sind allein durch Grenzkontrollen in den Mitgliederstaaten unmöglich geworden.

Vorrang für Touristen mit EU-Pass?

In der vergangenen Woche hatte die EU-Kommission Pläne für die „stufenweise“ Öffnung der Grenzen vorgestellt. Mit dabei waren auch Empfehlungen für Sicherheits- und Hygienemaßnahmen am Urlaubsort. Dabei bestand bei den EU-Ministern Einigkeit, dass nur in Regionen mit ausreichend medizinischer Versorgung Reisen möglich sein sollten. Allerdings ist weiter unklar, ob damit nur EU-Bürger die Reisen ermöglicht werden sollen, wie es Manfred Weber, Chef der größten Fraktion im EU-Parlament gefordert hatte.

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