Feuer-Drama: Kinder tot, Erwachsene aus der Garage gerettet

Im hessischen Mörlenbach-Bettenbach hat sich ein schockierendes Feuer-Drama ereignet. Bei den Löscharbeiten eines Hausbrands wurden zwei tote Kinder geborgen. In der Garage des Hauses befanden sich zwei Erwachsene, vermutlich die Eltern, die gerettet werden konnten.

Alles deutet auf ein Familiendrama hin: Im ersten Stock eines gepflegten Einfamilienhaus in der Ilsenklinger Straße bricht um 7:20 Uhr ein Feuer aus. Die Die Feuerwehr rückt zu dem Haus in einer gut-bürgerlichen Wohngegend an. Bei den Löscharbeiten werden zwei Kinderleichen gefunden. Es handelt sich um die Geschwister Anton (13) und Emilia (10). In der Garage des Hauses befinden sich zwei Erwachsene in einem Auto mit laufendem Motor. Mutmaßlich handelt es sich um die Eltern der toten Kinder. Die Frau (46) und der Mann (58) werden gerettet und ins Krankenhaus gebracht. Sie waren außer Lebensgefahr aber zunächst nicht vernehmungsfähig. Ob es sich um einen Selbstmordversuch handelte, konnte zunächst nicht geklärt werden.

Das Haus war kurz zuvor zwangsversteigert worden. Insolvenzverwalter Professor Harald Hess erklärte im BILD-Interview, dass das Gebäude an diesem Vormittag den neuen Besitzern übergeben werden sollte. Hess zu BILD: „Das Haus wurde für 575 000 Euro zwangsversteigert, um 8 Uhr hätte die Übergabe stattfinden sollen.“

Die Kriminalpolizei hat mit den Ermittlungen begonnen und umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen initiiert. Aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen werden derzeit keine weiteren Informationen mehr veröffentlicht. In der polizeilichen Mitteilung heißt es, ein Familiendrama könne nicht ausgeschlossen werden. Vermutlich ist damit der sogenannte, erweiterte Suizid gemeint. Juristen und Psychologen definieren einen Selbstmord als erweiterten Suizid, wenn ein Täter nicht nur sich selbst umbringt, sondern auch ihm nahestehende Menschen mit in den Tod reißt. Beim erweiterten Suizid löschen Täter oft die ganze Familie aus. Obwohl die Opfer des erweiterten Suizids meist nicht mit der Tat einverstanden sind, gehen Täter davon aus, auch ihre Familie könne mit dem akuten Problem nicht fertig werden. Ursache für eine solche Verzweiflungstat sind oft wirtschaftliche Probleme oder schwere Krankheiten. Aktuelle Forschungen zeigen, dass Männer häufiger als Frauen zu solchen Taten neigen. Frauen die einen erweiterten Suizid begehen, beziehen meist nur ihre Kinder mit ein.

Menschen die unter Suizidgedanken leiden, können sich bei der Telefonseelsorge kostenlos beraten lassen. Die Hilfsangebote können per Chat oder Telefon 0800 111 0 111 (alternativ 0800 111 0 222) wahrgenommen werden. Weitere Informationen unter http://www.telefonseelsorge.de