Feuer frisst sich seit Wochen durchs Land: Jetzt Katastrophenalarm

Versuchten die Verantwortliche das Problem zu vertuschen? Seit zwei Wochen schwelt ein Moorbrand auf dem Bundeswehrgelände in Meppen. Der Landkreis hat heute den Katastrophenfall ausgerufen, um die Betroffenen auf eine Evakuierung vorzubereiten. Experten gehen bereits jetzt schon von einer möglichen Gesundheitsgefährdung aus.

Der Wetterbericht bereitet dem Landkreis Emsland große Sorgen. Aufkommende Sturmwinde sind dabei, das Feuer neu zu entfachen. Deswegen hat der Landkreis den Katastrophenfall ausgerufen. Die Gemeinden Groß Stavern und Klein Stavern mit rund 1000 Einwohnern werden auf eine mögliche Evakuierung vorbereitet. „Eine ganz konkrete Prognose ist derzeit nicht möglich, dennoch ist zu erwarten, dass sich Rauchbelästigung und Funkenflug verschärfen“, sagte Reinhard Winter, Landrat des Kreises Emsland, „ob überhaupt evakuiert werden muss, ist natürlich abhängig vom Verlauf der Löscharbeiten auf dem Areal der Bundeswehr sowie den sich verändernden Wetterbedingungen“ und ergänzte, „Da der Schutz der Bevölkerung für uns an erster Stelle steht, möchten wir aber die Staverner frühzeitig darauf aufmerksam machen, dass eine Evakuierung nicht mehr undenkbar ist.“

Vor mehr als zwei Wochen war der Brand auf dem Militärgelände ausgebrochen, als Raketentests in der trockenen Landschaft ein Feuer entfacht hatten. Inzwischen hat der Brand Ausmaße angenommen, dass man ihn sogar aus dem Weltall sehen kann. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.

Die niedersächsische Regierung betrachtet die Rauchentwicklung als das dringlichste Problem. Man befürchtet gesundheitliche Belastungen für die Bevölkerung. Der Rauch, der von einigen Experten als gesundheitsgefährdend eingestuft wurde, ist bereits hunderte Kilometer weitergezogen. Die Bundeswehr hatte mitgeteilt, es bestehe keine Gefahr, der Kreis sprach allerdings von einer „Gesundheitsbelastung“. Landesinnenminister Boris Pistorius (SPD) kündigte an: „Wir werden sehen, dass wir eigene Erkenntnisse bekommen.“ Gegenüber der Bundeswehr erhob Pistorius Vorwürfe. Die Kommunikation sei „wirklich außerordentlich schlecht“ gewesen, „um nicht zu sagen, sie war nicht vorhanden“. Die Bundeswehr hatte darauf verzichtet, das Landes- Kommunikationszentrum für Großschadenslagen zu informieren. Stattdessen hätte man bei der freiwilligen Feuerwehr um Hilfe gebeten. Die hatten dann ihrerseits angesichts des Brand-Ausmaßes beim Land Niedersachsen nach Gerätschaften anfragen müssen.

Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann sagte gegenüber der BILD-Zeitung: „Es wäre aus meiner Sicht wichtig, in Gemeinden nahe dem Brandherd die Schadstoffkonzentration zu messen, um entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen“, sie wisse nichts davon, dass dies bereits geschehen sei. Wegen des Brandes wurden bereits seitens der Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Laut SPIEGEL-Informationen hatten die Grünen im niedersächsischen Landtag angekündigt, Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Bundeswehr zu erstatten.