Fluggäste saßen fest, weil Pilot betrunken war

Flug AI 111 Richtung London durfte nicht abheben, weil der Pilot gesoffen hatte.

Flug AI 111 sollte am Sonntag-Mittag den neunstündigen Flug von Neu-Delhi nach London antreten. Die Passagiere saßen bereits im Flieger, doch die Boieng der Air India bekam keine Starterlaubnis. Grund: Der Pilot war vor Abflug positiv auf Alkohol getestet worden. Es dauerte fast eine Stunde bis der Mann ersetzt werden und der Flieger abheben konnte.

In Indien ist ein Alkoholtest für alle Besatzungsmitglieder verpflichtend. Die nationalen Flugrichtlinien besagen, dass Crew-Mitglieder bis zu 12 Stunden vor Antritt eines Fluges keinen Alkohol konsumieren dürfen. Beim Atmetest wurde der Pilot Arvind K. erwischt. Sein Alkoholwert soll auffällig hoch gewesen sein. Ein Arzt überprüfte das Ergebnis später und kam zu dem Ergebnis, der Pilot sei „nicht in der Lage zu fliegen.“ So berichteten mehrere britische und indische Medien.

Der betroffene Senior-Pilot soll sehr erzürnt reagiert haben. K. bestritt Alkohol getrunken zu haben: „Es war 13.30 Uhr, mitten am Tag, nur ein verd…. Alkoholiker ist um diese Uhrzeit betrunken.“

Nicht das erste Mal
Pilot K. wurde bereits 2017 in alkoholisiertem Zustand vor einem Flug erwischt. Die indischen Regeln sehen vor, dass Piloten beim ersten Vergehen drei Monate ihre Lizenz verlieren. Beim zweiten Mal, so trifft es jetzt auch K., wird die Lizenz ganze drei Jahre entzogen. Sollte der Pilot ein drittes Mal in der Art auffallen, wird er nie wieder fliegen dürfen.

In Deutschland weniger Kontrollen
Auch in Deutschland dürfen Piloten bis 12 Stunden vor Abflug keinen Alkohol trinken. Allerdings werden Alkoholtests nur stichprobenhaft oder auf Verdacht durchgeführt. Das Reiseportal TRAVELBOOK hat von einem Piloten erfahren, dass jedoch seit dem erweiterten Suizid eines Germanwings-Piloten im Jahre 2015 häufiger Stichproben gemacht werden. Außerdem sei es seit April 2017 Gesetz, dass die Fluggesellschaften „ihr Personal auf psychoaktive Substanzen“ überprüfen.

Betrunkener Co-Pilot in Stuttgart
Fehltritte gibt es auch hierzulande. Im März 2018 wurde ein Co-Pilot am Stuttgarter Flughafen festgenommen, weil er betrunken war. Einem Flughafenmitarbeiter war aufgefallen, dass der Co-Pilot gewankt sei und eine Alkoholfahne hatte. Daraufhin alarmierte er die Polizei und die Flugaufsicht. Die Reisenden Richtung Lissabon wurden auf mehrere Ersatzflüge verteilt. Ein Teil der Passagiere wartete drei Tage bis ein neuer Flug für sie gefunden war.