Frau schwimmt im Pool – danach erblindet sie

Die Engländerin Emma J. machte in Schottland Urlaub und schwamm dort im Pool. Wenig später verliert sie ihr Augenlicht.

Bis Emma J. aus dem Schottland-Urlaub zurückgekehrt war, schien zunächst alles in Ordnung. Eine Woche später nicht mehr. Plötzlich wurde die Frau von Schmerzen im linken Auge gequält. Der Hausarzt stellte eine Entzündung fest und verschrieb ihr Tropfen. Drei Tage später wurde es dunkel – J. verlor ihr Augenlicht komplett.

Nachdem die Frau auf einem Auge erblindet war, machten die Ärzte eine neue Diagnose: Bakterien hatten ein Geschwür in ihrem Auge verursacht, das die Hornhaut zerstörte. Schuld soll ihre Abkühlung im schottischen Pool gewesen sein. Nicht etwa, weil mit dem Wasser etwas nicht gestimmt hätte, sondern weil J. beim Schwimmen Kontaktlinsen getragen hatte.

Trotz Chlor befinden sich im Wasser immer Bakterien. Nisten diese sich unter Kontaktlinsen ein, kann eine folgenschwere Infektion entstehen – so wie bei Emma J. Und sie ist kein Einzelfall. Augenarzt Gerald Böhme bestätigte in einem Interview mit dem Focus, dass Wasser – sogar Leitungswasser – verschiedene Keime enthalte, die sich in der Linse festsetzen und zu Infektionen des Auges führen können. „Der gefährlichste Feuchtkeim ist die Akanth-Amöbe, die in unserer Umwelt sehr verbreitet ist und durch kein Kontaktlinsenpflegemittel abgetötet wird“, erklärt der Facharzt.“

Wie viele Kontaktlinsenträger war Emma J. sich nicht über dieses Risiko bewusst: „Ich hatte keine Ahnung, dass das Tragen von Kontaktlinsen im Pool so riskant ist. Ich ließ sie drin, damit ich sie sehen konnte“, sagt die zweifache Mutter der „Sun“. Besonders beängstigend hatte sie empfunden, wie schnell das passiert war: „Ich war nur etwa 20 Minuten lang schwimmen, aber es kostete mich die Sicht in meinem einen Auge.“

Glücklicherweise reagierten die englischen Ärzte schnell und richtig. Zunächst bekam J. spezielle Augentropfen im Krankenhaus. Als sich ihr Zustand nicht besserte, entschieden die Spezialisten sich für eine Hornhaut-Transplantation. Das beschädigte Gewebe wurde durch fremde Hornhaut ersetzt und J. gewann einen Teil ihres Augenlichts wieder zurück. Ganz klar wird ihre Sicht auf dem betroffenen Auge jedoch nie wieder. Die Engländerin bemüht sich seither, andere Menschen vor dieser Gefahr zu warnen und erklärt: „Ich glaube nicht, dass die Leute die ernsthaften Gefahren des Tragens von Linsen im Wasser erkennen.“ J. trägt immer noch Kontaktlinsen. Inzwischen jedoch nur noch Einweglinsen, die täglich gewechselt werden und somit das Infektionsrisiko deutlich verringern.