Frau stirbt im Schneestau auf der A8

Stundenlang Schneestau auf der A8: Eine 54-jährige Frau starb in ihrem Auto bei Ulm, während sich der Verkehr die ganze Nacht staute.

In der Nacht zum Donnerstag war der Verkehr auf der A8 zwischen Ulm und Nellingen zum Erliegen gekommen. Weil am Mittwochabend immer wieder LKWs ins Schlittern kamen, staute sich der Verkehr von Mittwoch 20:00 Uhr bis Donnerstagvormittag um 5:00 Uhr. Das Technische Hilfswerk rückte an, um Fahrbahn und Fahrzeuge vom Schnee zu befreien. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes betreuten die betroffenen Autofahrer und statteten die wartenden Menschen mit Decken und warmen Getränken aus. Als sie die Helfer ihre Decken nach Stauende wieder einsammeln wollten, entdeckten sie, dass eine 54-jährige Frau nicht mehr atmete.

Die Frau, die allein in ihrem Auto gewartet hatte, konnte trotz notärztlicher Versorgung nicht mehr gerettet werden. Zur Todesursache wollte die Polizei sich nicht äußern: „Ein Fremdverschulden ist aber ausgeschlossen“, hieß es zunächst. „Offenbar war sie eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht“, zitieren die „Stuttgarter Nachrichten“ Marko Ziller vom Polizeipräsidium Ulm. „Wir gehen von einem medizinischen Problem aus.“

Schnee-Chaos weitet sich aus
Die Schneemengen im Süden Deutschlands wachsen unaufhörlich und sorgen für zahlreiche Verkehrsbehinderungen. Inzwischen hat ein weiterer Landkreis den Katastrophenfall ausgerufen. Im südlichen Landkreis Berchtesgadener Land sind zahlreiche Straßen von Schneebergen besetzt und unzugänglich. Umgestürzte Bäume stellen ein weiteres Verkehrshindernis dar. In einem Ortsteil von Berchtesgaden sitzen 350 Menschen fest. Nur Militärfahrzeuge waren in der Lage die eingeschneite Zufahrtsstraße zu befahren.

Das Schneechaos ist nicht nur ärgerlich und gefährlich, sondern auch noch teuer. Die Kommune Berchtesgaden rechnet mit Mehrkosten von 25 000 Euro am Tag, um mit den Schneemassen fertig zu werden. Bürgermeister Franz Rasp (CSU) nannte die Situation „ausßergewöhnlich“. 29 Räumfahrzeuge und 40 Angestellte seien unermüdlich im Einsatz. Die Räumarbeiten liefen mit einer „professionellen Gelassenheit“ von statten „aber auf sehr, sehr hohem logistischen Niveau“. Die Straßen versinken dennoch im Schnee. Der Zugverkehr in der Region wurde eingestellt.

Zugverkehr in Sachsen eingestellt
Auch Sachsen ächzt unter dem Wintereinbruch. Die Länderbahn im Vogtland und in Ostsachsen teilte mit, dass umgestürzte Bäume und Schneeverwehungen die Gleise in der Region unbefahrbar machten. Die Hauptstrecken des Trilex von Bischofswerda nach Zittau und von Bischofswerda nach Görlitz seien wegen Baumstürzen komplett gesperrt worden.