Frau tropft Hirnflüssigkeit aus der Nase

Jahrelang diagnostizierten die Ärzte dieser Frau Allergischen Schnupfen. In Wirklichkeit tropfte Hirnflüssigkeit aus ihrer Nase. Erst dieses Jahr erkannte ein Expertenteam die wahre Ursache.

Die 52-jährige Amerikanerin Kendra J. aus Omaha litt jahrelang unter ihrer laufenden Nase, begleitet von quälenden Kopfschmerzen. Schnupfend und schnaubend kämpfte sich die Frau durch schlaflose Nächte. Zunächst dachte Kendra, es handle sich um eine Erkältung. Als die Symptome anhielten, diagnostizierten die Ärzte eine allergische Reaktion. Doch der wahre Grund blieb verborgen. Da sich jahrelang keine Verbesserung ihrer Symptome einstellte, wurde J. das Gefühl nicht los, dass sie unter etwas Schlimmerem als Heuschnupfen litt.

Die Frau berichtet CNN dieser Woche, dass sie von Arzt zu Arzt ging und verschiedenste Medikamente bekam: Nichts schien zu helfen. In einem Interview sagt sie, ihre Nase lief „wie ein Wasserfall, unaufhörlich, und dann rann es mir die Kehle herunter.“

Erst Anfang des Jahres fand J. Hilfe bei Spezialisten der Nebraska Universität. Die Ärzte dort diagnostizierten CSF „Cerebrospinal fluid leak“, das Liquorverlustsyndrom. Bei dieser Erscheinung läuft die Hirnflüssigkeit aus, also die Flüssigkeit, die das Gehirngewebe umgibt. Durch ein Loch im Schädel tropft die Körperflüssigkeit ins Ohr oder die Nase. Im April wurde J. operiert und wie ein Sprecher des Nebraska Medical Centers berichtet, gehe es ihr sehr gut. Bei dem chirurgischen Eingriff wurde durch ihre Nasenhöhle hindurch ein winziges Loch zwischen Schädel und Nasenlöchern repariert.

Kendra J. hat Glück, dass die wahre Ursache für ihr Leiden endlich gefunden wurde. Experten zufolge kann ein unbehandeltes Liquorverlustsyndrom zu schweren Infektionen bis hin zu einer tödlichen Hirnhautentzündung führen. Wie die Non-Profit-Organisation Cedars-Sinai erklärt, können die Ursachen für das Syndrom vielfältig sein. In manchen Fällen sei der Grund unbekannt. Es könne jedoch auch die Folge einer Kopf- oder Wirbelsäulenverletzung, eines Tumors oder eines medizinischen Eingriffs sein.

J. erzählt dem Sender KETV, sie wäre 2013 an einem schweren Verkehrsunfall beteiligt gewesen. Damals sei sie mit dem Gesicht gegen das Armaturenbrett geschlagen. Einige Zeit später sollen sich Kopfschmerzen und die laufende Nase eingestellt haben. Die Experten der Nebraska Universität gehen davon aus, das Kendra J. sich bei jenem Unfall eine Schädelverletzung zugefügt haben soll, die für das Auslaufen ihrer Hirnflüssigkeit verantwortlich gewesen sei.