Für neue Studie: Freiwillige infizieren sich mit Corona

Während der Großteil der Menschen eine Infektion mit dem Coronavirus fürchtet, gibt es auf der anderen Seite aber auch Leute, die sich freiwillig mit ihm infizieren lassen – und das ganz im Sinne der Forschung. Britische Wissenschaftler erhoffen sich durch eine neue Studie mit freiwillig Infizierten jetzt noch nähere Erkenntnisse über die Reaktion des Immunsystem nach einer Infektion und auch darüber, wie das Virus letztlich auf andere Menschen übertragen werden kann.
Die Studie, bei der die Forscher auf zahlreiche Freiwillige setzten, war erst mals Mitte des vergangenen Februars angekündigt worden. Bei ihr handelt es sich um die erste Studie weltweit, bei der Menschen ganz gezielt mit dem Virus infiziert werden. „Das Human-Challenge-Programm wird die Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungen gegen Covid-19 verbessern und beschleunigen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.


Die Probanden der Studie würden „in einer sicheren und kontrollierten Umgebung dem Virus ausgesetzt, rund um die Uhr von Medizinern und Wissenschaftlern überwacht“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Genutzt werde zur Infektion übrigens der seit März 2020 in Großbritannien kursierende Corona-Erreger und nicht etwa die hochansteckende und gefährlichere neue Variante B.1.1.7 , die erst in diesem Jahr nach Europa gelangte.

Zu den Probanden der Studie zählen junge, gesunde Menschen, die ein geringes Risiko aufweisen, schwere Krankheitsverläufe zu haben. Auf diesem Wege soll herausgefunden werden wie genau das Immunsystem auf das Eindringen der Viren reagiert und auf welche Weise die Infizierten Viruspartikel an die Umwelt abgeben. Für Ihre Teilnahme erhalten die Probanden eine Entschädigung. Wie hoch diese jedoch ist, bleibt ungewiss.

Auch wenn das Vorgehen umstritten ist: Die Art dieser Forschung ist nicht ganz neu. Sogenannte „Human Challenge Trials“ wurden bereits zur Erforschung von Grippe- und Malaria-Impfstoffen angewendet.