Gebührenkrieg: Ihre Bank schuldet Ihnen wahrscheinlich noch Geld

Nach einem BGH-Urteil vom 27. April schulden viele Banken ihren Kunden Geld. Mit fiesen Tricks versuchen die Geldinstitute die Rückzahlungen zu vermeiden. Hier erfahren Sie, ob Ihnen Geld zusteht und wie Sie es einfordern können.

Aktuell verschicken deutsche Banken Gebührenbriefe an ihre Kunden und verkehren damit Verbraucherrecht ins Gegenteil. Fakt ist: Die meisten Geldinstitute sind verpflichtet, ihren Kunden Gebühren zu erstatten, die unrechtmäßig erhoben worden sind.

BGH-Gebührenurteil stellte unrechtmäßig erhobene Gebühren fest
Am 27. April entschied der Bundesgerichtshof in einer Klage gegen die Postbank, dass große, einseitig erhobene Vertragsänderungen unrechtmäßig sind. Damit gelten unter anderem alle Kontoführungsgebühren als unrechtmäßig, insofern sie ohne ausdrückliche Zustimmung der Kunden erhoben worden sind.
Das betrifft fast alle Banken, die seit 2018 Kontoführungsgebühren erhoben haben und ihre Kunden lediglich mit einem informativen Brief darauf hinwiesen. Die Banken werteten keine Reaktion seitens ihrer Kunden als Zustimmung der Vertragsänderung. Das ist unrechtmäßig, stellte das BGH dieses Jahr fest.

Damit haben Kunden das Recht auf eine Rückerstattung von allen Kontoführungsgebühren, die nach 2018 durch eine einseitige Vertragsänderung erhoben worden sind. Je nach Gebührenhöhe können das mehr als 400 Euro sein.

So fordern Sie Ihre Gebühren ein

Die Banken geben sich keine Mühe, ihre Kunden daran zu erinnern, dass ihnen Geld zusteht. Wenn Sie die Gebühren zurückerstattet bekommen wollen, die Sie in der Vergangenheit gezahlt haben, müssen Sie selbst aktiv werden. Im Internet können Sie entsprechende Musterbriefe herunterladen, zum Beispiel bei finanztip.de.

Wie das Portal berichtet, hätten sich mehr als 20 Banken kooperativ gezeigt, darunter ING, DKB, Volkswagenbank und Netbank, die Volksbanken und Raiffeisenbanken, die Sparda-Banken und einige Sparkassen.

Banken drohen ihren Kunden mit Kündigung

Viele Banken schicken derzeit Briefe an ihre Kunden, um sich die Bestätigung zur Vertragsänderung nachträglich einzuholen. Wer dem nachkommt, verwirkt sein Recht auf Gebührenerstattung. Oft drohen die Banken mit Auflösung des Kontos, sollten die Kunden dem Ersuchen nicht nachkommen.

Die Bank hat das Recht, Ihr Konto fristgerecht zu kündigen. Sie haben aber trotzdem das Recht auf Erstattung der Gebühren, die in der Vergangenheit unrechtmäßig erhoben worden sind. Es kann sich also durchaus lohnen, einen Bankenwechsel in Kauf zu nehmen.

Wer in einer Genossenschaftsbank ist, hat außerdem gute Chancen, sich im Rahmen der nächsten Hauptversammlung gegen diese Aktion seiner Bank zu wehren.

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2 Kommentare

  1. Die COMMERZBANK AG schreibt auch nach Wochen Briefe und teilt mit, dass sie bis zu zwölf Wochen Bearbeitungszeit benötigen Dies ist alles nur Taktik um ggf in eine Verjährung zu gelangen In jedem Fall ist es versuchter Betrug und dem Ansehen in keiner Weise förderlich.
    Es sind Verbrecher die dort bandenmässig ihre Kunden ausräubern.

  2. Ihrer Meinung kann ich grundsätzlich zustimmen, nur handelt es sich bei den – wie sagen – bandenmäßig ihre Kunden ausräubernden Verbrechern* um nichts anderes als die Resultate unserer zum Raubtierkapitalismus verkommenen einstmals sozialen Marktwirtschaft Heuss’scher Prägung.

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