Gefährliche SMS-Spam-Welle im Umlauf

Die Zahlen sind erschreckend, die Probleme danach erst recht. Derzeit klicken allein bei der Deutschen Telekom 7000 bis 8000 Kunden im Schnitt pro Tag auf eine gefährliche SMS, die Spammitteilungen enthalten. Somit infizieren sie ihr Handy mit einer gefährlichen Schadsoftware. Dabei orientieren sich die Täter daran, wann die geeignete Zielgruppe online ist und somit die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf diese Kurznachrichten reagieren, am höchsten ist.

Täglich werden in Deutschland viele Tausend Kunden der verschiedenen großen Mobilfunkanbieter ein Opfer von gefährlichen Spam-SMS. Dies hat der „Spiegel“ aktuell berichtet. Im Schnitt verzeichnet allein die Deutsche Telekom im Durchschnitt 7000 bis 8000 Kunden, die jeden Tag auf eine Nachricht klicken, die schädliche Links enthalten. Dadurch infizieren sie ihre Handys mit gefährlicher Schadsoftware.

Besonders auffällig ist dabei, dass diese Textnachrichten häufig vorgeben, von einem Paketzusteller zu stammen. Aber anstatt über einen tatsächlichen Lieferstatus einer Bestellung zu unterrichten, werden die Nutzer stattdessen dazu aufgefordert, eine gefährliche App herunterzuladen. Mit dieser wird dann das gesamte Gerät gekapert und von dort aus dann weitere Spam-SMS versendet.

Dazu passend erklärte ein Sprecher der Deutschen Telekom: „Die Täter passen ihre Angriffe an die Lebensgewohnheiten von Kunden in Deutschland an“. So orientieren sie sich unter anderem daran, wann ihre potenzielle Zielgruppe online ist und wie hoch dann die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie auch auf diese Nachrichten reagieren.

Auch im Netz des Telekom-Konkurrenten Vodafone waren im vergangenen Monat insgesamt mehrere Tausend Kunden von den Nachrichten betroffen. Bei der Telefónica spricht man gar von einer niedrigen fünfstelligen Anzahl an Angriffen in dem Zeitraum. Zusammen mit den Strafverfolgungsbehörden arbeite man derzeit daran, die Täter zu ermitteln.

Zuletzt warnten mehrere Polizeibehörden vor diesen betrügerischen Nachrichten, nachdem bekannt geworden war, dass mehrere Millionen Telefonnummern von Facebook-Nutzern im Netz kursierten. „Seit dem Bekanntwerden des Facebook-Leaks am Oster-Wochenende sehen wir, dass in den Phishing-SMS häufig auch ei¬ne persönliche Anrede zu finden ist“, so eine Vodafone-Sprecherin.

Weiter hieß es dazu, dass man schon länger solche SMS-Spam-Kampagnen beobachten würde, doch dass das Leak in diesem Falle die Gefahr erhöhe, dass die Betroffenen die Glaubwürdigkeit dieser SMS nicht mehr in Frage stellen würden und den Link anklickten. Damit würden sie dann zur weiteren Verbreitung der Spam-Welle beitragen.

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