Geisterfahrt für Social-Media-Likes endet mit 5 Toten

Dass Trends auf Social Media tödlich sein können, haben mehrere Vorfälle in den vergangenen Jahren bewiesen. Ob es sich um Stürze in tiefe Abgründe handelt, weil jemand beim Selfiemachen einen Schritt zu weit gegangen ist, oder die lebensgefährliche Blackout-Challenge, in der zumeist Jugendliche sich selbst vor laufender Kamera strangulieren, bis sie in Ohnmacht fallen: Jede Woche kommen neue Meldungen von Todesfällen oder schweren Verletzungen, die sich auf diese Internetphänomene zurückführen lassen. Bislang haben diese Challenges allerdings nur diejenigen in Gefahr gebracht, die dumm genug waren, sich der idiotischen Herausforderung zu stellen. Ein neuer Trend kann allerdings hunderte arglose Autofahrer, die noch nie von Social-Media-Challenges gehört haben, in Lebensgefahr bringen.

Fünf Tote, vier Schwerverletzte nach Geisterfahrt 

Auf einer Autobahn im irischen County Kildare kamen in den frühen Morgenstunden am vergangenen Sonntag fünf junge Männer ums Leben, nachdem der Wagen, in dem sie saßen, mit hoher Geschwindigkeit in der falschen Richtung auf der Autobahn fuhr. Das Auto stieß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen, in dem sich vier Personen, darunter ein Kind, befanden. Die fünf Männer erlagen noch am Unfallort den schweren Verletzungen, die sie sich in dem Zusammenstoß bei höchster Geschwindigkeit zugezogen hatten. Die vier Insassen in dem anderen Kraftfahrzeug mussten alle mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dies ist der zweite schwere Unfall in Irland innerhalb von nur wenigen Tagen, in dem ein Geisterfahrer das Leben anderer zur Hölle macht. Die Polizei in Irland macht jetzt die sozialen Medien für den unfassbaren Trend verantwortlich

Auch Deutschland betroffen 

„Dieser schreckliche Vorfall, zeigt, wie unverantwortlich und gefährlich das Fahren auf der falschen Seite der Autobahn ist. Das sollte natürlich selbstverständlich sein, doch was dieses rücksichtslose Verhalten noch empörender macht, ist die Tatsache, dass es in manchen Fällen nur um ‚Likes‘ in den sozialen Medien geht – ungeachtet der potenziell verheerenden Folgen, die dies für unschuldige Menschen und für die Fahrer selbst haben kann“, sagte ein erschütterter Gendarm der irischen Polizei an der Unfallstelle, die von Autoteilen übersät war. Auch in Deutschland häufen sich Berichte, dass zumeist junge Männer absichtlich in die entgegengesetzte Richtung auf der Autobahn fahren, um in den sozialen Medien Aufsehen zu erregen. Unter anderem ging ein Video von einem Geisterfahrer in Bremen letztes Jahr viral und in Halle konnten entsetzte Autofahrer gerade noch einem Wahnsinnsfahrer ausweichen, der ausgerechnet mit einem Firmenwagen offensichtlich absichtlich auf der falschen Spur fuhr.

Strafrechtliche Verfolgung 

Laut dem ADAC kommt es in Deutschland zu etwa 2000 Meldungen von Geisterfahrern jedes Jahr. Im Jahre 2021 wurden 83 Unfälle durch Geisterfahrer registriert, 17 davon tödlich. In den meisten Fällen landen die Geisterfahrer nicht absichtlich auf der falschen Seite der Autobahn, sondern enden dort aufgrund von unzureichender oder verwirrender Beschilderung, schlechten Sichtverhältnissen oder unübersichtlichem Terrain. In einigen wenigen Fällen gab es Menschen, die auf diese Art und Weise Selbstmord begehen wollten. Wer absichtlich in entgegengesetzter Richtung auf der Autobahn fährt, begeht eine Straftat und kann mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. 

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Alexander Grünstedt