Gigantisches Doppelflugzeug erstmals in der Luft

Das größte Flugzeug der Welt, der Stratolaunch ist in Kalifornien das erste Mal vom Boden abgehoben.

Der Testflug fand in der menschenleeren Mojave-Wüste im Südwesten der USA statt. Der gigantische Flieger mit zwei Rümpfen erreichte bei seinem Jungerfernflug eine Höhe von über 5000 Metern und einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Stratolaunch-Chef Jean Floyd zeigt sich zufrieden. Das Manöver bei dem sich drei Menschen an Bord befanden, habe ein „fantastisches“ Ergebnis gezeigt.

Zwillingsflugzeug mit Starthilfefunktion
Das gigantische Flugzeug soll einmal zum Transport von Satelliten und Nutzfracht in Einsatz gebracht werden. Mit einer beachtlichen Größe von 117 Metern Spannweite ist der Stratolaunch keinesfalls geeignet, um gängige Passagierflughafen anzusteuern, wohl aber um schwere Satelliten- und Raketen-Nutzlasten in die Luft zu bringen. So soll der Stratolaunch einmal Weltraum-Technologie in eine hohe Startposition bringen und so einen kostengünstigeren Start für Satelliten und Raumkapseln ermöglichen. Mithilfe des Stratolaunch könnten Weltraumflugkörper ohne teure Feststoffraketen-Booster oder riesige Flüssigtreibstofftankbehälter ins All abheben, weil der Riesenjet die energieintensivste Phase des Starts übernehmen würde. Dank seiner riesigen Tragfläche hebt der Stratolaunch mit starkem Auftrieb verhältnismäßig energieeffizient ab.

Secondhand-Ware
Trotz der ehrgeizigen Ziele und der beachtlichen Optik ist der Stratolaunch im Grunde genommen Secondhand-Ware. Das Riesenflugzeug besteht aus den Bauteilen zweier gebrauchter Boeing 747-Maschinen. Die Jumbo-Jets wurden in einer neuartigen Konstruktion zusammengeschraubt und umfunktioniert. Als Ergebnis verfügt der Stratolaunch über zwei Rümpfe und sechs Triebwerke. Die Elektronik im Cockpit, der Steuerung und des Fahrwerks wurden nahezu unverändert von den Boeing-Maschinen übernommen. Als Ergebnis wiegt der Stratolaunch leer und unbetankt 230 Tonnen. Befüllt darf der Gigaflieger ein Startgewicht von 590 Tonnen erreichen. Das heißt, voll betankt, kann der Stratolaunch Waren mit einem Maximalgewicht von rund 250 Tonnen in die Luft bringen.

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Das grösste #Flugzeug der Welt wartet mit Superlativen auf – kein Wunder, dass es bereits inoffiziell den Namen des Fabeltiers «Roc» trägt. Der Riese der Lüfte soll künftig #Satelliten🛰 an den Rand des #Weltraums🌌 tragen. ✈️ #Stratolaunch hat am Samstag in #Kalifornien 🇺🇸seinen ersten Testflug absolviert. Der riesige Flieger mit einer Flügelspannweite von 117 Metern war von dem Flughafen Space Port in der #Mojave-Wüste gestartet und nach dem Testflug problemlos gelandet – «sanft und punktgenau», wie es hiess. ✈️ Stratolaunch ist ein gewaltiges #Trägerflugzeug, von dem aus Satelliten per Trägerrakete aus Flughöhen über 10’000 Meter gestartet werden sollen. Dadurch würden erhebliche Kosten und auch Zeit gespart, da Starts von Raketen🚀 vom Boden weitaus teurer und auch abhängig vom Wetter🌤 sind. ✈️ Die Maschine, bei deren Bau Teile alter #Boeing-747-Flugzeuge mitverwendet wurden, hat zwei Rümpfe und sechs Triebwerke. Am Verbindungsstück zwischen den beiden Rümpfen können bis zu drei Trägerraketen mit einem Gesamtgewicht von bis zu knapp 227 Tonnen befestigt werden. Die bisherigen Baukosten sind unbekannt. ✈️ Der im vorigen Oktober gestorbene #Microsoft-Mitgründer und Raumfahrtinvestor Paul Allen hatte das Projekt 2011 ins Leben gerufen. «Wir wissen, dass Paul die heutige historische Leistung mit Stolz verfolgt hätte», sagte Jody Allen vom Paul-Allen-Trust.

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Ungewisse Zukunft
Langfristig träumen die Entwickler des Stratolaunch auch davon, Passagiere mit dem Riesenflieger kostengünstig, sicher und komfortabel ins All zu transportieren. Die Entwicklung des Stratolaunch wurde von Microsoft Mitgründer Paul Allen finanziert und vorangetrieben. 2011 hatte Allen das Projekt selbst ins Leben gerufen. Da der Visionär Ende letzten Jahres verstorben ist, bleibt abzuwarten, ob sein Spezialflieger weiterentwickelt wird. Wenn die Testphase erfolgreich abgeschlossen wird und der Stratolaunch in Betrieb geht, so wird das Projekt direkte Konkurrenz zu anderen privaten Astroflug-Anbietern wie SpaceX, dem Weltraumprogramm von Tesla-Boss Elon Musk.