Griechenland fordert von der EU Impfpass

In Europa herrscht derzeit noch die Winterkälte, aber bestimmt kommt bald die nächste Urlaubssaison. Nun verlangt Griechenland, dass es in der EU einen einheitlichen Impfpass für Geimpfte gibt, der von allen beteiligten Mitgliedsstaaten akzeptiert wird.

Von der Europäischen Union hat Griechenland nun die Einführung eines einheitlichen Impfzertifikat gefordert. Dies solle geschehen, damit Corona-Geimpfte wieder frei reisen können. Der griechischen Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schrieb in einem von seinem Büro veröffentlichten Brief an Ursula von der Leyen, die EU-Kommissionschefin: „Personen, die geimpft wurden, sollten frei reisen können“. Mit diesem Vorschlag hofft Griechenland, dass der Tourismus, der in dem Land so wichtig ist, wieder angekurbelt werden kann.

Daher solle sich Brüssel für ein Impfzertifikat stark machen, „das beweist, dass eine Person erfolgreich geimpft worden ist“. Ein einheitliches Impfzertifikat sei daher dringend notwendig, „damit es in allen Mitgliedsstaaten akzeptiert wird“, so Mitsotakis weiter. Die griechische Wirtschaft brach durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020 um 10,5 Prozent ein. Das Land kämpft derzeit mit einer zweiten Welle an Infektionen. Die erste hatte das südosteuropäische Land deutlich besser überstanden als andere EU-Länder. Die Regierung in Athen hatte Anfang November einen landesweiten Lockdown verhängt, der inzwischen bis zum 18. Januar verlängert wurde.

In der deutschen Corona-Impfverordnung ist festgehalten, dass jegliche Impfungen dokumentiert werden müssen, entweder im Impfpass oder mittels einer entsprechenden Bescheinigung. Fraglich ist derzeit allerdings, was im Ausland geimpfte Personen für einen Nachweis vorlegen müssen. In Deutschland ist aber noch keine Entscheidung gefallen, ob bei Reisen für Geimpfte mehr Rechte möglich sein sollen.

Gestohlene Impfstoffdaten im Internet aufgetaucht

Derweil hat die Europäische Arzneimittelbehörde Ema eingeräumt, dass einige bei einer Cyberattacke erbeutete Dokumente im Internet aufgetaucht seien. In Amsterdam teilte die Behörde mit: „Die Justizbehörden haben die notwendigen Schritte eingeleitet“. Unbekannte Hacker waren im Dezember in das IT-System der Behörde eingedrungen. Dort hatten sie in Dokumente über Medikamente und Impfstoffe gegen das Coronavirus Einsicht. Zur der Art der Dokumente machte die Ema keine weiteren Angaben und teilte auch nicht mit, auf welchen Plattformen diese veröffentlicht wurden.

Eingesehen hatten die Hacker Dokumente der Hersteller Biontech und Pfizer. Allerdings sind die Angreifer nicht in die Computersysteme der beiden Unternehmen eingedrungen, da diese nach Ansicht von Experten extrem gut gesichert seien. Doch noch dauern die Ermittlungen an. Vor einer Zulassung von Medikamenten und Impfstoffen prüft die Ema in der EU diese auf Herz und Nieren. Nach eigenen Angaben war die Arbeit der Behörde durch die Attacke nicht beeinträchtigt. Seit dem 21. Dezember ist in der EU der Impfstoff von Pfizer und Biontech zugelassen.

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