Große Supermarktkette führt neues Pfandsystem ein

Kaufland ist beliebt für seine großen und schnellen Pfandautomaten. Nun ändert der Discounter seine Strategie radikal. In einigen Testfilialen können nun auch Lebensmittel in Pfandgläsern erworben werden. Das Konzept könnte sich bald deutschlandweit und auf viele Produktsparten durchsetzen.

Gibt es verpacktes Essen und Trinken bald nur noch gegen Pfand? Ganz so weit ist es noch nicht, aber den ersten Schritt in diese Richtung wagt nun Kaufland. Eine Reihe von Lebensmitteln werden dort seit einigen Tagen in Pfandgläsern verkauft. Die Gläser können später an den Pfandautomaten in den betreffenden Kaufland-Filialen zurückgegeben werden. Der Pfandwert wird wie auch bei Getränkeflaschen nach der Rückgabe erstattet.

Getestet wird das neue System zunächst in zehn Filialen im Süden Deutschlands. Die teilnehmenden Standorte sind: Ansbach, Ritter-von-Lang-Allee, Augsburg-Göggingen in der Gögginger Straße, Erding in der Dachauer Straße, Erlangen in der Westl. Stadtmauerstraße und Carl-Thiersch-Straße, Landsberg am Standort Am Penzinger Feld, München-Neuperlach in der Ollenhauerstraße, Neusäß in der Daimlerstraße, Ravensburg in der Weißenauerstraße, Weingarten in der Karlstraße.

Hinter der Entscheidung steht der Wunsch nach Müllvermeidung. Kaufland möchte demnach zum Umweltschutz beitragen. „Die verantwortungsvolle und ressourcenschonende Gestaltung unseres Sortiments steht für uns an erster Stelle. Wir testen daher immer wieder neue Möglichkeiten für einen nachhaltigen und einfachen Einkauf“, heißt es in der Pressemitteilung von Kaufland. Der Pfandtest erstreckt sich zunächst über „bis zu 90 Artikeln in Bio-Qualität“, klärt der Supermarkt auf. Die Produkte stammen vom Lieferanten „Eco Terra“, der sich auf den verpackungsfreien Verkauf von Lebensmitteln spezialisiert hat.

Einen besseren Zeitpunkt hätte Kaufland für diesen Testlauf nicht finden können. Eine mögliche Gasknappheit würde sich auch auf die Herstellung von Glas- und Plastikverpackungen auswirken.

Aus Gesichtspunkten des Klimaschutzes ist die Glas-Mehrwegflasche durchaus noch verbesserungswürdig. Da Glas eine relativ schwere Verpackung ist, verbraucht der Transport von Glasflaschen mehr Energie als der Transport von PET-Flaschen oder Pappverpackungen. Dafür können die anderen beiden Verpackungen seltener wieder verwendet werden. Wer die eigene Ökobilanz beim Einkauf beeinflussen will, sollte jedoch unbedingt berücksichtigen, woher das Produkt stammt. Regionale Produkte haben kürzere Transportwege und daher fast immer eine bessere CO²-Bilanz als Importware.

Kaufland gehört wie Lidl der Schwarz-Gruppe an und damit zur größten Einzelhandelsgruppe der europäischen Lebensmittelbranche. Seit Dezember 2021 wird die Schwarz-Gruppe von Gerd Chrzanowski geleitet.

Ein Kommentar

  1. Na ja, da scheint mir das Konzept der Verpackungsfrei Läden aussichtsreicher zu sein, insbesondere da hier die Maße des Leergutes nur zw. Verbraucher und Verkaufsstelle zirkuliert.

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