„Grüner Pass“ gibt Geimpften in Israel die Freiheit zurück

Seit heute ist klar: Biontech-Impflinge sind nicht mehr ansteckend. Israels Regierung plant nun einen „Grünen Pass“ mit dem Geimpfte wieder am normalen Leben teilhaben dürfen. Israel will damit seine Wirtschaft ankurbeln und junge Menschen zum Impfen motivieren.

In Israel hat bereits die Hälfte der Bevölkerung mindestens eine Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer erhalten. Eine Studie zeigt: Die Geimpften sind nicht mehr ansteckend, selbst wenn sie mit Coronaviren in Berührung kommen. Kaum dass Israel diese Meldung veröffentlicht hat, folgt die große Ankündigung: Die Regierung plant einen „Grünen Pass“ für Geimpfte. Wer ihn besitzt, soll wieder Freiheiten des normalen Lebens zurückgewinnen: Kinobesuche, Hotelübernachtungen, Trainieren im Fitnessstudio, Reisen ohne Quarantäne und viele Annehmlichkeiten mehr, die Millionen Menschen gerade untersagt sind, um die Ausbreitung der Pandemie zu bekämpfen.

Der israelische Gesundheitsminister Juli Edelstein verkündete via Twitter, dass diese Erleichterungen ab sofort wirksam werden. Regierungschef Benjamin Netanyahu sagte: „Der ‚Grüne Pass‘ öffnet das Land schrittweise wieder“.

Dieser „grüne Pass“ ist über eine App für die Geimpften verfügbar und kann auch ausgedruckt werden. Darauf befindet sich ein Barcode, der an den Eingängen von beispielsweise Schwimmbädern oder Theaterhäusern gescannt wird.

Auch die Reisefreiheit soll damit für die Israelis zurückkehren und zwar ohne Quarantäne. Damit auch bei der Einreise nichts schiefläuft, bestehen bereits erste Abkommen mit Griechenland und Zypern. Allerdings dauert es noch bis die Israelis tatsächlich verreisen können, weil noch alle Grenzen des Landes geschlossen sind. Flughäfen sollen erst nach dem 6. März wieder öffnen.

Auch Nicht-Geimpfte profitieren von der Aufbruchsstimmung in Israel. Die Regierung kündigte parallel zum „Grünen Pass“ landesweite Lockerungen an. Schulen, der Einzelhandel, Museen und Bibliotheken dürfen unter Corona-Auflagen wieder öffnen.

In Israel, wo die britische Mutation B.1.1.7 sich ausgebreitet hat, sind die Infektionszahlen vergleichsweise hoch, sinken jedoch seit Wochen. Im Gegensatz zu Deutschland befindet sich die Kurve, welche die täglichen Neuinfektionen spiegelt, noch immer im Abwärtstrend. Israel arbeitet auf Hochtouren daran, seine 9,3 Millionen Einwohner durchzuimpfen. Die Impfkampagne hat einen rasanten Start angelegt. Nachdem die Risikogruppen durchgeimpft sind, darf sich dort inzwischen jeder ab 16 Jahren impfen lassen. Zuletzt war jedoch die Impfbereitschaft ins Stocken gekommen. Die Regierung in Jerusalem hofft, dass die Freiheiten um den „grünen Pass“ wieder mehr junge Menschen motivieren, sich gegen Sars-CoV-2 immunisieren zu lassen.