Höxter-Horror: Lange Haftstrafe weil sie Frauen quälten und sterben ließen

Die Angeklagten Angelika und Wilfried W. wurden für ihre Foltermorde in Höxter verurteilt. Killerin Angelika W. ist „begeistert“ vom Urteil.

Zwischen 2011 und 2016 lockte das Paar mittels Kontaktanzeigen Frauen in ihr Haus in Höxter-Bosseborn, um diese brutal zu foltern. Zwei ihrer Opfer starben in Folge der schweren Misshandlungen. Das Landgericht Paderborn verurteilte Angelika W. (49) zu 13 Jahren Haft, ihren ExMann Wilfried W. (48) zu elf Jahren und Einweisung in eine Psychiatrie. Der Verteidiger von Angelika W. erklärte, dass seine Mandantin von dem Urteil „begeistert“ sei. Sie hatte im Zuge der zweijährigen Verhandlungen umfassend gestanden.

Laut Anklage hatte das Horror-Paar immer wieder Frauen in ihr Haus gelockt, um sie dort brutal zu foltern. Die Opfer seien nachts in der Badewanne oder an der Heizung festgekettet worden. Dann seien sie geschlagen und gewürgt worden. Auch glühende Feuerhaken, Bunsenbrenner, Elektroschocker und Pfefferspray seien als Folterinstrumente genutzt worden.

Das erste Todesopfer aus dem Jahr 2013 soll an einer Glutamat-Allergie gelitten haben. Als das Folterpaar davon erfuhr, sollen sie die Frau gezwungen haben Glutamat zu sich zu nehmen, bis sie unter zahlreichen Schwellungen zusammenbrach. Angelika W. soll sie dann noch gestoßen haben, bis sie liegen blieb. Schließlich starb die Frau, wurde zerstückelt und verbrannt.

Als das zweite Opfer starb, wurde die Polizei auf die Geschehnisse aufmerksam. Die 41-Jährige war nach den Torturen ins Koma gefallen. Angelika und Wilfried W. wollten auch sie entsorgen und sie dafür in eine andere Wohnung schaffen. Unterwegs bliebt ihnen jedoch das Auto stehen. Anwohner wurden auf die verletzte Frau aufmerksam. Darauf wurde diese ins Krankenhaus gebracht, wo sie aufgrund ihrer schweren Verletzungen starb. Die Ärzte alarmierten die Polizei. Schließlich wurde der ganze Horror aufgedeckt.

Eine Gutachterin stellte bei beiden einen absoluten Mangel an Empathie fest. Es fehle ihnen gänzlich an Mitgefühl für andere Menschen. Angelika W. zeige Züge von Autismus und wäre gleichzeitig extrem herrschsüchtig und hochintelligent. Der Angeklagte Wilfried W. dagegen leide unter einer erheblichen Intelligenzminderung und einem Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Exfrau. Er sei im juristischen Sinne schwachsinnig und seine Weltsicht sei vergleichbar mit dem eines Kleinkindes, schreibt der NDR. „Schuld oder Verantwortung sind ihm nicht beizubringen“, sagte die Gutachterin in ihrer Stellungnahme.

Beide Angeklagten entschuldigten sich vor der Urteilsbegründung.. Wilfried W. erklärte: „Ich wusste nicht, was richtig oder falsch ist. Deswegen wäre eine Therapie gar nicht so schlecht.“ In Bezug auf seine Ex-Frau fügte er hinzu: „Zu Angelika habe ich keine Worte mehr.“ Auch sie ließ Einsicht verlauten: „Ich möchte mich in aller Form bei allen Frauen entschuldigen, denen ich Leid angetan habe“