Heizpilz-Vergiftung: 11 Frauen und ein Kind enden in Klinik

Eine Tupper-Party in Bremen ging so daneben, dass 12 Personen ins Krankenhaus mussten. Schuld war der Heizpilz.

In Apen (Niedersachsen) hatte sich am Donnerstag-Abend eine Gruppe aus 15 Personen zu einer Tupper-Party versammelt. Als Veranstaltungsort für die Werbeveranstaltung um die beliebten Haushalts- und Küchenhelfer diente die Garage der Gastgeberin. Als es dort zu kühl wurde, stellte diese einen Gasheizstrahler auf und beheizte damit den kleinen Raum. Was gemütlich anfing, endete dramatisch. Denn der sogenannte Heizpilz war nicht für Innenräume geeignet. Da die Garage schlecht belüftet war, verteilte sich in dem kleinen Raum bald Kohlenmonoxid. Schließlich brachen die ersten Gäste zusammen.

12 Personen in Klinik eingeliefert
Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber der BILD-Zeitung: „Offensichtlich kam es durch den Einsatz des Gas-Heizpilzes in dem geschlossen Raum zu einem erhöhten Kohlenmonoxidgehalt in der Umgebungsluft.“ Die Folge: Nach und nach klagten die Frauen über Kopfschmerzen und Übelkeit. Auch der 11-jährige Sohn der Gastgeberin erlitt eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Gegen 21:00 Uhr fielen die ersten Frauen in Ohnmacht. Daraufhin wurde der Rettungsdienst alarmiert. Schließlich wurden elf Frauen und das elfjährige Kind mit Verdacht auf Kohlenmonoxid-Vergiftung ins Krankenhaus gebracht. Drei weitere Frauen konnten ambulant behandelt werden. Ortsbrandmeister Jens Cordes erklärte gegenüber der BILD-Zeitung: „Die Teilnehmer litten an Sauerstoffmangel, weil der Heizpilz den Sauerstoff in der Atemluft reduziert hatte.“

Fahrlässige Körperverletzung
Die Polizei ermittelt in dem Fall nun wegen fahrlässiger Körperverletzung. Der Gasheizstrahler wurde beschlagnahmt.

Kohlenmonoxid ist farb- und geruchslos
Kohlenmonoxid entsteht bei Verbrennungen unter zu wenig Sauerstoff, z.B. in geschlossenen Räumen und/oder im Falle eines verstopften Kamins. Insbesondere Verbrennungen mit Diesel oder Benzin neigen zur Bildung von Kohlenmonoxid, aber auch Holz, Kohle oder Gas – wie im aktuellen Fall, wenn die Luftzufuhr gering ist. Das tödliche Gas ist farb- und geruchlos, weshalb Opfer meist nicht rechtzeitig bemerken, dass sie vergiftet worden sind. Die ersten Anzeichen sind Übelkeit und Schwindel, gefolgt von Verwirrungszuständen und Bewusstlosigkeit. Nicht selten endet die Vergiftung tödlich. Die Feuerwehr rät im Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung sofort den Notarzt zu alarmieren, umgehend frische Luft ins Gebäude zu lassen, die verursachenden Geräte wie Heizung und Therme abzuschalten bzw. Brandquellen zu entfernen, das Gebäude zu verlassen und in der Nähe befindliche Personen zu warnen.