Horror-Alpenunglück: ein Überlebender berichtet

Sieben Bergwanderer sind bei einem dramatischen Unwetter in den Alpen ums Leben gekommen. Tommaso P. war in der Horrornacht dabei und erzählt was er erlebt hat: „Immer wieder wollte ich aufgeben. Aber dann dachte ich an meine Frau.“ Gegenüber der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» schildert der 50-Jährige, wie er die Nacht bei minus 5 Grad verbringen musste.

Aufgrund seiner Erfahrung wusste Tommaso P., dass einschlafen sein Tod sein würde und er wusste, dass Menschen um ihn herum sterben werden. „Ich habe versucht, nicht einzuschlafen, und ich habe das geschafft, weil in so einer Situation, wenn du da einschläfst, dann bist du erledigt – du unterkühlst und das tötet dich.“ Immer wieder rief er den anderen zu, sie sollten wach bleiben, sich bewegen. Einer deutschen Frau, die direkt neben ihm lag, rettete der Bergwanderer das Leben indem er immer wieder auf sie einredete und sie so am Einschlafen hinderte. Dabei hatte der 50-Jährige selbst keine Kraft mehr und war versucht aufzugeben. „Bis zu dem Tag wusste ich nicht, was die Hölle ist. Jetzt weiß ich es“, sagte Tommaso P. gegenüber der Zeitung. Er war zu Tode erschöpft, aber musste kämpfen, sich bewegen, wach halten, warm bleiben. „Das da, das ist die Hölle, die Kälte dort und eine Nacht wie diese. Du musst dich bewegen, darfst keine Pause machen. Und schlaf nicht, schlaf nicht ein…“

Sieben von 14 Wanderern aus Deutschland, Italien und Frankreich schafften es nicht. Die Alpinisten wollten über die klassische Route „la Serpentine“ zu einer Hütte auf 3157 Metern Höhe gelangen. Dann holte sie der Sturm ein und die Nacht. Die Wanderer waren gezwungen auf einem Felsvorsprung zu pausieren. Eine fatale Entscheidung! Thommaso P. erklärt dem italienischen Staatsfernsehen TG3, dass sie dem Sturm dort völlig ungeschützt ausgesetzt waren. Sie hätten sich ein Loch graben sollen und sich an einem geschützten Ort vor dem eisigen Wind verstecken müssen. Doch so stürmte das alpine Unwetter erbarmungslos auf sie ein: Eisige Böen und Frost zerrten die Kräfte der Wanderer auf.

Wie BILD berichtet, waren die Alpenwanderer nur 400 Meter von der Skihütte entfernt, die ihre Rettung gewesen wäre. Ein Mitarbeiter der Hütte hatte nach der Gruppe suchen lassen, als die Wanderer nicht eintrafen. Jedoch fand das Team der Bergrettung die Gruppe erst am nächsten Morgen, nach vielen qualvollen – für sieben Menschen tödlichen – Stunden.

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