ICE in Flammen, 510 Fahrgäste evakuiert, Verkehrschaos

Auf der Schnellstrecke zwischen Frankfurt und Köln ist in einem ICE ein Feuer ausgebrochen. 510 Reisende mussten aus dem brennenden Zug befreit werden.

Das Feuer brach nahe der Ortschaft Dierdorf bei Montabaur in Rheinland-Pfalz während der Fahrt Richtung München aus. Ein Wagon war aus noch unbekannten Gründen in Flammen aufgegangen. Kurzzeitig war ein zweiter Wagen betroffen. Ein Bundespolizist der zufällig im Zug saß, soll die Rauchentwicklung bemerkt und den Nothalt eingeleitet haben. Daraufhin wurden 510 Reisende aus dem Zug gerettet und in Sicherheit gebracht. Ernsthaft verletzt wurde niemand. Der Brand ist inzwischen gelöscht. Der betroffene Wagen sei komplett ausgebrannt und zerstört, teilte eine Sprecherin der Bundespolizei in Koblenz mit.

Ein 20-jähriger Reisender berichtete in der WAZ: „Der Zug kam plötzlich zum Stehen, nicht ganz abrupt, aber relativ schnell“ sagte der Mann, der von Köln nach Ulm unterwegs war. „Dann gingen die Lichter aus. Es brannten nur noch die Notlichter. Uns wurden keine Informationen gegeben, es gab keine Durchsage.“ Anschließend wurden Reisenden aufgefordert den ICE zu verlassen. Helfer von der freiwilligen Feuerwehr brachten die schockierten Passagiere in nahe gelegene Dorf Giershofen. Dort wurden die Geretteten im Gemeindehaus untergebracht und versorgt. Der 20-Jährige ergänzt: „Das lief wirklich toll, ein großes Lob.“

Der betroffene ICE 511 war um 6.35 Uhr auf dem Weg nach München. Der Vorfall löst ein folgenreiches Verkehrschaos aus. Die Bahnstrecke zwischen Siegburg in Nordrhein-Westfalen und Montabaur – einer der Hauptverkehrsstrecken – musste gesperrt werden. Für Reisende zwischen Köln und Frankfurt werden Zugausfälle und Verspätungen von bis zu 90 Minuten erwartet. Aufgrund der Rauchentwicklung und der Löscharbeiten musste zudem die vielbefahrene Autobahn 3 zwischen Dierdorf und Ransbach-Baumbach eine Zeitlang gesperrt werden. Am Vormittag wurde die A3 zumindest in Fahrtrichtung Köln wieder freigegeben. In Richtung Frankfurt dauerte die Sperrung noch an, die betroffenen Autofahrer wurden bei Dierdorf auf eine Bundesstraße umgeleitet.

Die Bahn ließ mitteilen, dass die Schnellfahrstrecke zwischen Siegburg in Nordrhein-Westfalen und Montabaur auf jeden Fall noch bis Mitternacht gesperrt bliebe. Die Polizei Koblenz geht davon, dass es noch zwei Tage dauern werden, bis die betroffene Strecke wieder befahrbar sei.