Internationaler Frauentag wird 2019 zum Feiertag

Der Internationale Frauentag am 8. März soll ab nächstes Jahr auch in Deutschland Einzug finden. Als erstes Bundesland möchte Berlin den neuen arbeitsfreien Tag einführen.

Am Samstagabend sprach sich der Berliner Landesparteitag der Grünen mit breiter Mehrheit für die Einführung des Internationalen Frauentags als offiziellen Feiertag aus. „Der Einsatz für Frauenrechte und Gleichberechtigung gehört zur grünen DNA“, erklärte die Grünen-Landeschefin Nina Stahr. „Wir freuen uns, dass es nun eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus für den Frauentag geben kann.“

Der Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh hat es eilig damit. Es heißt, man wolle den Feiertag so schnell wie möglich einführen. Sogar schon der 8. März 2019 käme in Frage. Dafür müsste die Gesetzgebung allerdings sehr rasch reagieren. Die Berliner dürfte der Entscheid sehr freuen, es gehört bislang zu den Bundesländern mit den wenigsten Feiertagen Deutschlands.

Internationaler Frauentag als Tag der Versöhnung
Laut Saleh versöhne der neue Feiertag Frauen und Männer, Migranten und Nicht-Migranten, Ost und West. Darum sei der Internationale Frauentag, „gerade für Berlin“ so Saleh, „der richtige Tag“. Der Grünen-Politiker ergänzte: „Das ist ein Statement dafür, dass der Kampf für und um Gleichberechtigung für uns wichtig ist“ und wies darauf hin, dass er zunehmend politische Kräfte beobachte, die der Gleichberechtigung den Rücken kehrten.

Weltfrauentag hat sich gegen Reformationstag durchgesetzt
Auslöser für die Debatte um einen neuen Feiertag in Berlin war der neu eingeführte Reformationstag in vier Nordländern. So haben dieses Jahr Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen den 31. Oktober zum arbeitsfreien Tag erklärt. Da Berlin nur acht Feiertage hat, Bayern dagegen 14, entstand eine öffentliche Diskussion, wann das Bundesland um die Hauptstadt nachziehen würde. Monatelang hatten die verschiedenen Parteien im Landtag darüber diskutiert, welcher Feiertag für Berlin in Frage käme. Wirtschaft und Kirchen hatten sich für den Reformationstag am 31. Oktober stark gemacht, andere plädierten für den 9. November als Tag des Mauerfalls. Auch vom 18. März als Erinnerung an die Märzrevolution 1848 war die Rede, oder vom 8. Mai als Tag der Befreieung. Schließlich einigten sich Linke und SPD auf den Weltfrauentag am 8. März. Die Abstimmung der Grünen am Samstag sollte schließlich darüber entscheiden, ob der Feiertag sich durchsetzen würde.

Der Weltfrauentag wurde erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern gewürdigt. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März gefeiert.