Kaltluftfront verhagelt Frühlingsbeginn

Es ist frühlingshaft mild und die Sonne scheint. Allerdings kommt erst ein Kälteknick, bevor der Mega-Frühlingsdurchbruch kommt. Und das pünktlich zum Wochenende.

Temperaturen von 21 bis 22 Grad sind bis zum Freitag im Süden und der Mitte möglich. Ein Märzwinter rauscht dann aber nach Deutschland. Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met: „Im gesamten Winter blieb sie fern und ausgerechnet nach dem kalendarischen Frühlingsstart schlägt sie zu – die russischen Kältepeitsche! Aus Osteuropa strömt ab Sonntag kalte Festlandsluft zu uns, zusammen mit dem strammen Ostwind empfinden wir die Werte am Tag noch kälter. Die gemessenen 2 bis 10 Grad fühlen sich wie 0 Grad an, nachts gibt es Frost.“

Und Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) ergänzt: „Der Höhepunkt der kleinen Kältewelle trifft uns am Wochenende. In der Nacht zum Sonntag Tiefstwerte +3 bis -3 Grad, im Osten teils bis -6 Grad. In der Nacht zum Montag wird es frostig mit Tiefsttemperaturen von 0 bis -7 Grad, direkt an der See frostfrei“

Solche eine Wetterlage im Januar hätte strammen Dauerfrost bedeutet. Dies hätte dann Tagestemperaturen von minus 5 bis minus 10 bedeutet, nachts gar bis minus 20 Grad. Die Märzsonne heizt aber nun schon kräftig ein und so wird es in den kommenden Tagen noch einmal frühlingshaft im Süden und der Mitte, allerdings auch recht frisch mit einstelligen Werten im Norden, besonders an den Küsten.

„Durch den Wechsel von Tief zu Hoch dreht der Wind – und das ist entscheidend – bei uns von derzeit noch südwestlichen Richtungen über Nord auf Ost. Mit anderen Worten, kontinentale Polarluft findet den Weg nach Mitteleuropa, eine Luftmasse, die wir den gesamten vergangenen Winter bei uns gar nicht oder nur regional in zaghaften Ansätzen begrüßen durften“, ergänzt DWD-Mann Jens Hoffmann.

Bestätigen kann dies Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt von WetterKontor. „Ja, es wird ungemütlich. Am Freitag kommt die Kaltluft bis zum Abend etwa bis zum Nordrand der Mittelgebirge voran. Am Samstag fällt in der Mitte und im Süden noch gebietsweise Regen oder Schnee, am Sonntag dann nur noch Schnee in Alpennähe.“

Dies kommt dann in den nächsten Tagen auf uns zu:
Donnerstag: freundlich im Süden, im Norden Wolken mit etwas Regen, 9 bis 22 Grad,
Freitag: im Norden gibt weiter Wolken, der Süden noch Sonne, später erste Schauer, 7 bis 22 Grad
Samstag: es wird überall kälter, in den Mittelgebirgen kommen die ersten Schneeflocken, 3 bis 10 Grad
Sonntag: 2 bis 20 Grad, sonnig und kalter Ostwind, Nachtfrost
Montag: Nachtfrost, viel Sonne am Tag, kalter Wind, Temperaturen 2 bis 10 Grad,
Dienstag: sehr windig mit kaltem Ostwind, nach Nachtfrost viel Sonne, 3 bis 12 Grad,

Wetterexperte Schmidt sagte: „Gefährlich könnten die Nachtfröste werden, da die Natur ja vor allem im Westen und Südwesten schon recht weit fortgeschritten ist.“ Anhalten soll diese Kälte bis zur Mitte der nächsten Woche, es bleibt freundlich und insgesamt recht trocken. Wärmer wird es dann ab Mittwoch. „Den aktuellen Berechnungen zufolge könnte es aber in der gesamten kommenden Wetterwoche Nachtfröste geben und das recht verbreitet. Dafür am Tag aber immer viel Sonnenschein. Am Tag wird es nur ganz langsam wärmer“, erklärt Wetterexperte Jung.

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