Khashoggis letzte Worte wurden in einer Audioaufnahme festgehalten

Khashoggis qualvoller Tod wird nun einmal mehr durch eine Audioaufnahme bestätigt. Seine letzten Worte zeugen vom Todeskampf des Journalisten.

Nazif Karaman, ein Reporter der türkischen Zeitung „Sabah“ berichtete über Audiomaterial das angeblich aus dem saudischen Konsulat in Istanbul stamme und Khashoggis Tod festhalten soll. Auf der Aufnahme soll zu hören sein, wie Khashoggi mit einer Plastiktüte erstickt wird. „Ich ersticke! Nimm diese Tüte von meinem Kopf, ich habe Platzangst!“ – soll der ermordete saudische Journalist Jamal Khashoggi (59) unmittelbar vor seinem Tod gesagt haben.

Saudi-Arabien bestätigte die Tötung
Jamal Khashoggi soll am 2. Oktober in das saudi-arabische Konsulat in Istanbul gegangen sein, um dort Dokumente für seine bevorstehende Hochzeit abzuholen. Er kam nicht mehr lebend heraus. Eine Truppe aus 15 Mann soll den systemkritischen Journalisten dort ermordet, mit einer Knochensäge zerstückelt und in Säure aufgelöst haben, so berichten es mehrere internationale Medien. Es gibt Indizien, dass eine Verbindung zum saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman bestehen könnte. Saudi-Arabien hat die Tötung des 59-jährigen „Washington Post“-Journalisten bestätigt. Eine aktive Beteiligung des Kronprinzen weist das Königreich jedoch zurück.

Keine öffentliche Stellungnahme aus Deutschland
Die Türkei ermittelt weiterhin. Präsident Recep Tayyip Erdoğan bestätigte die Existenz von Tonaufnahmen zu der Tötung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi im Konsulat seines Landes in Istanbul. Auch Deutschland, den USA, Frankreich, Saudi-Arabien und Großbritannien sollen die Aufnahmen zur Verfügung stehen. Ein Sprecher der Bundesregierung ließ verlauten, dass es einen nachrichtendienstlichen Austausch zu dem Thema gegeben hatte. Eine Öffentliche Stellungnahme werde es nicht geben, erfuhr die ZEIT.

Reaktionen aus den USA
Khashoggis Verlobte Hatice Cengiz zeigte sich entrüstet, dass die Regierungen der Welt nur zögerlich in dem Tötungsfall einschreiten würden. Auf einer Gedenkfeier am Montagabend sagte Hatice Cengiz: „Ich bin extrem enttäuscht von der Haltung der Führung vieler Länder, insbesondere der USA.“ Demnach sieht sie insbesondere den US-Präsidenten Donald Trump in der Verantwortung, die Wahrheit zu enthüllen und sicherzustellen, dass Recht und Ordnung eingehalten würden. „Er sollte nicht zulassen, dass der Mord an meinem Verlobten vertuscht wird.“ sagte Cengiz. US-Außenamtssprecherin Heather Nauert teilte am selben Tag mit, dass US-Außenminister Mike Pompeo mit dem saudi-arabischen Kronpinzen telefoniert und erklärt hätte, „dass die USA alle, die an der Tötung von Jamal Khashoggi beteiligt waren, zur Rechenschaft ziehen, und dass Saudi-Arabien dasselbe tun muss.“