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Kinderwagen in der Sonne zurückgelassen, während die Eltern badeten

Duisburg: Unfassbar! Diese Eltern ließen Kinderwagen samt Baby in der prallen Sonne stehen und kühlten sich selbst im Wasser ab.

Ein Mann und eine Frau pausierten mit ihrem Baby an einem Wasserspielplatz in Duisburg. Bis dahin ist die Geschichte idyllisch. Dann jedoch passiert das Ungeheuerliche: Den Eltern wird es offenbar zu heiß, also kühlen sie sich im nahegelegenen See ab. Das Baby im Kinderwagen ließen sie jedoch in der prallen Sonne stehen. Selbst als der Säugling mit hochrotem Kopf schrie, reagierten die Eltern nicht.

Schließlich stellten Polizisten die Eltern zur Rede und ermitteln nun wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Fürsorgepflicht. Das Jugendamt wurde informiert, laut Informationen der BILD-Zeitung befindet sich das Kind nun in amtlicher Obhut.

Leider ist das nicht der erste Fall indem Eltern ihre Kinder der Sonne ausliefern. Behörden, Ärzte und Hilfsorganisationen warnen jeden Sommer auf allen Kanälen, dass Hitzetod ein unterschätztes Risiko ist. Am häufigsten kommt es vor, dass Kinder „kurz“ in Autos zurückgelassen werden. Immer wieder kommt den Eltern irgendetwas dazwischen, weswegen aus „kurz“ schnell eine tödliche Zeitspanne werden kann.

Erst vor wenigen Tagen schlugen Polizisten die Scheibe eines Kleinwagens in Rheda-Wiedenbrück ein, weil die Mutter ihren zweijährigen Sohn dort in der Sonne zurückgelassen hatte. Passanten hatten das schreiende und zitternde Kleinkind bemerkt und den Notruf gewählt. Die Mutter war 10 Minuten nach der Rettungsaktion erschienen und hatte erklärt: „Wir haben eine andere Freundin gesucht. Das hat länger gedauert, als gedacht”. Auch hier wurde das Jugendamt informiert und eine Anzeige wegen Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener veranlasst.

In einem weiteren Fall ließ eine Mutter zwei Kinder (10 und 2) in Gütersloh auf einem Parkplatz in der Sonne für ca. eine Viertelstunde zurück. Die Frau erklärte sich später, dass sie den schlafenden Jungen nicht hatte wecken wollen und deshalb alleine ins Einkaufszentrum gehuscht sei. Auch hier folgte ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen. Zu Recht: Bei den derzeitigen Temperaturen von über 30° reichen schon 5-10 Minuten um die Temperatur in Autos auf über 40 Grad steigen zu lassen. Für einen Säugling kann dieser Hitzegrad schnell tödlich enden. Wenn in der Schlange an der Kasse noch irgendetwas dazwischen kommt und über eine halbe Stunde vergeht, steigen die Temperaturen im Auto schnell auf über 46 Grad. Diese Hitze ist auch für größere Kinder schon lebensbedrohlich.