

Ein neues und radikales Verbot sorgt für Entsetzen bei Kreuzfahrt-Gästen: Künftig darf niemand mehr an Land, wenn es nach Bewohnern und Lokalpolitik an der italienischen Amalfiküste geht. Denn Städtchen werden von den Menschenmassen regelrecht überrannt.
Es ist ein bekanntes Bild: An der Amalfiküste drängen sich Urlauber Schulter an Schulter, die Straßen sind komplett überfüllt. Viele der Touristen sind Landgänger von Kreuzfahrtschiffen, die nur einen Tagesausflug machen, maximal essen gehen, aber nicht übernachten. Genau diese „Ess-und-weg-Touristen“ sind den Einheimischen ein Dorn im Auge.
„Wir brauchen neue Regelungen!“
Salvatore Gagliano, Politiker und Eigentümer des Grand Hotel Tritone im Küstendorf Praiano, kritisiert gegenüber dem britischen „Telegraph“, dass die Region so viele Personen gar nicht stemmen könne. Sein Städtchen zählt knapp 1950 Einwohner. Er sagt: „Wir brauchen eine Regelung, um Passagieren zu verbieten, die Kreuzfahrtschiffe zu verlassen und an Land zu kommen.“
Hotelgäste im Stress
Hotelgäste wollten im Anblick der Besuchermassen oft ihre Unterkünfte nicht mehr verlassen, während Kreuzfahrt-Reisenden nur schnell ein paar billige Souvenirs erwerben und der Region kein echtes Geld einbringen würden.
Da immer mehr internationale Kreuzfahrtschiffe die Amalfiküste ansteuern, gibt es auch in den nahegelegenen Regionen immer größere Probleme. Die Küstenwache berichtet etwa darüber, dass an einem Wochenende auf der 50 Kilometer entfernten Insel Ischia mit rund 67.500 Einwohnern mehr als 28.000 Passagiere innerhalb von 48 Stunden von Schiffen an Land kamen.
Lösungen stehen noch aus
Die italienische Politik gibt an, an Lösungen zu arbeiten. Man sehe die Möglichkeiten allerdings als begrenzt. Schon letztes Jahr fand ein Krisengipfel mit Vertretern mehrerer Urlaubsorte statt, große Veränderungen blieben aber aus.
Kreuzfahrten sind beliebt
Auch in Frankreich gibt es immer mehr Spannungen. Fischer blockierten Kreuzfahrtschiffe vor Korsika, um die Touristen am Landgang zu hindern. Kreuzfahrten werden indes immer beliebter. Da die Schiffe in der Vergangenheit größer und die Reisen erschwinglicher wurden, schreiben Anbieter gute Zahlen.