Landebahn verfehlt: Sportflieger tötet Mutter und Kinder

Bei einem Flugzeugunglück auf einem hessischen Flugplatz kamen drei Menschen ums Leben. Eine Cessna verfehlte die Landebahn und erfasste eine Menschengruppe.

Hessen: Ein Sportflieger verpasste am Sonntag-Nachmittag die Langebahn auf einem Flugplatz an der Wasserkuppe im Drei-Länder-Eck Hessen, Bayern und Thüringen. Die Polizei gab an, dass dem Flieger ein erster Landeversuch missglückt sei. Daraufhin versuchte der 56-jährige Pilot die Maschine durchzustarten, also wieder in den Steigflug zu kommen. Die Cessna bekam dabei aber nicht genug Auftrieb und konnte nicht mehr in die Höhe gebracht werden. Daraufhin durchbrach der Flieger eine Schranke und rollte in eine Menschen-Gruppe.

Drei der getroffenen Menschen starben umgehend infolge der Kollision. Vier Menschen, die sich in der Cessna befanden sowie eine Augenzeugin wurden verletzt und erlitten einen schweren Schock. Nach Angaben der Polizei Ostfulda soll es sich bei den Getöteten um eine Mutter und ihre zwei Kinder, ein 11-jähriger Sohn und „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ die Tochter im Alter von 12 Jahren handeln.

Der genaue Unfallhergang wird bis heute ermittelt. Der Flugplatz-Chef und Leiter der Fliegerschule Wasserkuppe, Harald Jörges sieht menschliches Versagen bzw. einen Pilotenfehler als Ursache. Das berichtete die BILD. Jörges soll mittgeteilt haben, dass nach seinen Informationen die Wetterverhältnisse zum Zeitpunkt der Landung perfekt gewesen wären.

Bei der Cessna handelt es sich um eine eine Variante C172N des amerikanischen Klassikers. Die Maschine stammt aus dem Raum Ludwigshafen/Mannheim. Vier Männer, die sich an Bord des Sportfliegers befanden, wollten einen Ausflug zur Wasserkuppe machen. Diese ist mit 950 Metern nicht nur Hessen höchster Berg, dort sollen laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auch ganz besondere Start- und Landebedingungen herrschen. Pilot und Journalist Jürgen Schelling erklärt auf faz.net, der Flugplatz habe ein starkes Gefälle bzw. Steigung. Piloten, die nicht auf der Wasserkuppe stationiert seien, bräuchten eine Sondererlaubnis um dort zu landen und „dürfen deshalb auch nur in Landerichtung 240 Grad hangaufwärts landen. Gestartet wird wegen des starken Gefälle der Asphaltbahn normalerweise immer nur bergab in Startrichtung 060 Grad, unabhängig von der Windrichtung.“ Schelling hält es für möglich, dass der 56-jährige Pilot womöglich ein Durchstartmanöver bergauf versuchte oder dass die hohen Temperaturen am Sonntag die Flugleistungen der Maschine beeinträchtigt haben könnten. Er deutet auch die Möglichkeit an, dass die Cessna zu schwer gewesen sein könnte. Die Maschine sei zwar für vier Personen an Bord zugelassen, dürfe dann jedoch nicht mehr voll betankt werden.