Lauterbach: „Öffnungsschritte werden größtenteils nie kommen.“

In der letzten Bund-Länder-Sitzung haben sich die verantwortlichen Politiker auf erste Lockerungen geeinigt. Wenn es nach SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht, ist das ein riesiger Fehler und der Garant dafür, direkt auf den nächsten Lockdown zuzusteuern.

„Ich glaube, dass die dritte Welle so nicht abzuwenden ist, in die wir ja schon hineingeraten sind. Aber die Signale sind ja ganz klar vom Beschluss gestern: Es soll Lockerungen geben, und die dagegen wirkenden Antigentests kommen erst sehr viel später. Die Öffnungsschritte, die in dem Papier drin sind, werden zum größten Teil nie umgesetzt, weil die Voraussetzungen dafür – entweder stabile oder gar sinkende Fallzahlen – nie erreicht werden“, erklärt er.


Und auch über mögliche Lockerungen über Ostern möchte Lauterbach nicht spekulieren: „(…) ich glaube nicht, dass wir in den nächsten vier Wochen sinkende Fallzahlen oder gar nur stabile Fallzahlen sehen werden. Wir müssen darauf hoffen, dass endlich diese Antigenschnelltests in ausreichender Stückzahl zur Verfügung stehen. So könnten wir Schulen und Betriebe sicherer machen und auch den R-Wert senken. Das würde die dritte Welle richtig abbremsen.“

Lauterbach ist also der Meinung, dass die versprochenen Lockerungen, die an wirklich niedrige Fallzahlen geknüpft sind, ohne das umfangreiche Einführen von Selbsttests, gar nicht umgesetzt werden. Die Reihenfolge, die die Regierung vorsieht, ist daher schlicht falsch.

„(…) wir öffnen jetzt und werden einen schnellen Anstieg der Fallzahlen sehen. Leider. Und danach müssen wir schauen, dass wir das durch die Antigentests wieder gebremst bekommen. Aber das wird dann natürlich schwierig sein. Und es gibt auch noch das Problem, dass die Antigentests möglicherweise nicht schnell genug organisiert werden können, weil sie ins Ausland oder in den freien Markt verkauft werden. Sicher ist die Strategie somit noch nicht.“
Und auch in Sachen Impfung soll endlich Tempo gemacht werden. Lauterbach jedoch ist der Meinung, dass „wir erst Mitte bis Ende September die gesamte impfwillige Bevölkerung mit einem Impfstoff versorgen können.“