Lockdown bis Ostern immer wahrscheinlicher

Der Bundeskanzlerin Merkel bereitet die Virus-Mutation aus Großbritannien große Sorgen. In einer internen Sitzung der Arbeitsgruppe Innen innerhalb der Unionsfraktion sagte sie nach Angaben von Teilnehmern: „Wenn wir es nicht schaffen, dieses britische Virus abzuhalten, dann haben wir bis Ostern eine 10-fache Inzidenz“. Daher warnte sie vor dem in Großbritannien mutierte Coronavirus und der daraus möglichen Explosion der Infektionszahlen. Und dann kam von ihr die Hammer-Forderung: „Wir brauchen noch 8-10 Wochen harte Maßnahmen!“

Das würde dann konkret einen kompletten Lockdown bis kurz vor Ostern bedeuten. Die mit dem „Lockdown light“ am 2. November begonnenen Maßnahmen wurden im Dezember zum Knallhart-Lockdown erweitert. Diese ist am Anfang des Jahres bis zum 31. Januar verlängert worden.

Das es am Ende des Monats keine Garantie auf eine Lockerung der Beschränkungen geben kann, hatten sowohl die Kanzlerin als auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mehrfach betont. Die Maßnahmen haben das Ziel, die Inzidenz unter den Wert von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner zu senken. Zur Begründung für diesen Wert hieß es, dass erst dann die Gesundheitsämter wieder in der Lage wären, die Kontaktnachverfolgung gewährleisten zu können.

Am Dienstag erklärte der bayerische Landeschef nach einer Kabinettssitzung, dass die Mutation des Coronavirus „uns wirklich große Sorgen macht“, die man „extrem ernst nehmen“ muss. Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung in Großbritannien, Irland und auch den Niederlanden. Seine Warnung: „Die natürlichen AHA-Regeln, die wir haben, könnten deutlich zu wenig sein“. Für Bayern ist dann die Einführung einer FFP2-Maskenpflicht angekündigt worden.

Sorgen bereitet derzeit die Wahrscheinlichkeit, das sich in Deutschland das Virus noch weiter ausbreite. Die Chance dazu seien „nicht gering“ sagte Söder. Dieses „könnte alle Bemühungen der letzten Wochen schnell gefährden“. Der bayerische Landeschef ergänzte dann auch, dass in den Ländern, in denen sich die Mutation ausgebreitet hat, besonders Schulen und Kitas „ein echter Pandemie-Beschleuniger“ gewesen seien.

Gefährliche Virus-Mutation aus Großbritannien

Derzeit scheint die aus Großbritannien stammende Variante B117 die gefährlichste Mutation zu sein. Im Vergleich zum bisherigen Virus ist diese Variante um mehr als 50 Prozent ansteckender. Die Infektionszahlen im Vereinigten Königreich sind seit der Ausbreitung von B117 extrem in die Höhe geschossen. Vor der neuen Corona-Variante warnt auch der Frankfurter Virologe Dr. Martin Stürmer. „Die Varianten B117 aus England und N501Y aus Südafrika zeigen: Wir müssen auch in Deutschland mehr Gensequenzen untersuchen, nach Mutationen gucken! Das ist technisch möglich, kostet aber Zeit und Geld.“

Eine Verbreitung der Mutation in Deutschland will auch der Gesundheitsminister Jens Spahn verhindern. Mittels einer Verordnung will der Minister daher die Test-Labore dazu verpflichten, jeden zehnten Test auf Mutationen hin zu untersuchen.

Das könnte Sie auch interessieren: