Lockdown soll verlängert und vertieft werden

Ein Lockdown-Ende am 31. Januar ist unrealistisch. Das stellte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Samstag klar. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte erneut, sich an die Maßnahmen zu halten.

Beim digitalen Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU sprach Markus Söder als Gastredner klare Worte bezüglich des bestehenden Lockdowns und machte dabei alle Hoffnungen auf baldige Lockerungen zunichte. „Wir müssen den Lockdown, den wir jetzt haben, verlängern und an einigen Stellen auch noch vertiefen“ sagte der bayerische Ministerpräsident. Hoffnungen auf Lockerungen im Februar seien nicht seriös. Das Coronavirus werde das Land „noch Monate beschäftigen“.

Nachbesserungen seien dort gefragt, wo immer noch viele Menschen Schlupflöcher fänden, um die vereinbarten Beschränkungen zu umgehen. Für die Diskussionen um Einzelmaßnahmen zeigte Söder kein Verständnis. Er betonte, Viele stellten sich als Opfer der Pandemie dar, doch die wahren Opfer seien die fast 40.000 Toten, die in Folge ihrer Infektion gestorben sind. Dies sei jedes Mal „ein kleiner Stich ins Herz.“, sagte Söder und versprach, dass man um jedes Leben kämpfe. „Jeder Tag ist eine neue Bewährungsprobe.“

In Richtung all derer, die sich aktiv gegen die Maßnahmen aussprechen und die Existenz oder Gefahr von Corona leugnen, sagte Söder: „Es erschüttert mich zutiefst, wie die AfD und der ganze ,Querdenker‘-Klub versuchen, das kaputt zu machen“. Weiter appellierte er: „Wir lassen uns unsere Demokratie nicht kaputt machen.“

Die von Corona-Leugnern verbreiteten „absurden und kruden Ideen“ klingen laut Söder zwar zunächst irrwitzig, seien aber alles andere als komisch. „Es ist verheerend. Endlose Fake News und Lügen führen dazu, dass Leute sich in Scheinwelten und Parallelwelten begeben. Es ist wie eine sektenähnliche Entwicklung. Die Leute werden wie einer Gehirnwäsche unterzogen“, warnte der CSU-Politiker.

Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte derweil in ihrem eigenen Podcast erneut dafür, die beschlossenen Maßnahmen ernst zu nehmen. Denn: „Je konsequenter wir heute sind, desto schneller werden wir den Zustand der Kontrolle wiederherstellen können, desto kürzer wird die Zeit sein, in der wir mit solchen Einschränkungen leben müssen.“

Erst am vergangenen Dienstag hatten sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel darauf geeinigt, den Lockdown zur Bekämpfung der Pandemie bis zum 31. Januar zu verlängern. Grund sind die weiter steigenden Infektionszahlen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) registrierte am Samstag wieder einen neuen Höchstwert an Corona-Todesfällen. So zählte das RKI 1.188 neue Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Außerdem wurden 31.849 Neuinfektionen gemeldet.