Mallorca schließt Lokale am Ballermann wieder

Hunderte Menschen aus Deutschland und Großbritannien waren auf Bildern zu sehen, wie sie auf Mallorca ohne Rücksicht auf die Corona-Auflagen feierten. Die Regionalregierung der Balearen greift nun durch und schließt etliche Lokale auf den Partymeilen.

Mallorca hat wegen illegaler Partys rund um den Ballermann eine Zwangsschließung aller Lokale in der von deutschen Touristen gern besuchten „Bier-“ und „Schinkenstraße“ angeordnet. Zunächst gelte diese Anordnung für die nächsten zwei Monate und ist umgehend am heutigen Tage mit der Veröffentlichung des dazugehörigen Beschlusses im Amtsblatt von Mallorca in Kraft getreten. Dies hat der balearische Tourismusminister Iago Negueruela in Palma mitgeteilt.

Aus demselben Grund sind von der Regionalregierung alle Lokale auf der Straße Puerto Ballena in Magaluf, die hauptsächlich von Briten besucht wird, ebenfalls geschlossen worden. Zur Begründung sagte Negueruela, dass das Verhalten einiger weniger Urlauber und Besitzer von Lokalen nicht die Anstrengungen der Bewohner auf den Balearen im Kampf gegen die Viruspandemie auf Spiel setzen dürfen.

Dabei bezog sich der sozialistische Politiker auf Videoaufnahmen und Fotos vom Wochenende, die mutmaßlich Hunderte deutsche und britische Touristen zeigen, wie sie an der Playa de Palma und in Magaluf gefeiert, getanzt und getrunken hatten. Dabei hatten sie keine Schutzmasken getragen und auch keine Rücksicht auf den in Spanien vorgeschriebenen Mindestabstand von eineinhalb Metern genommen.

Mehrheit halte sich an Einschränkungen

Nach offiziellen Angaben gibt es derzeit 128 aktive Corona-Fälle auf Mallorca. Insgesamt leben auf der Insel rund eine Million Menschen. Einen Corona-Ausbruch hatte das exzessive Feiern von Touristen ohne entsprechende Schutzmaßnahmen glücklicherweise nicht nach sich gezogen, so der Dezernatsleiter für Tourismus des Inselrates von Mallorca, Andreu Serra, in Berlin. Beim Tennis-Einladungsturnier im Steffi-Graf-Stadion ist die Urlaubsinsel Werbepartner.

Bei den Vorfällen in der Nacht zum Samstag habe es sich nach Angaben von Serra um sehr isolierte Einzelfälle in zwei Straßen gehandelt. An die gegebenen Einschränkungen halte sich die große Mehrheit der Touristen. Unter anderem wegen der illegalen Partys hatte Mallorca auch die geltende Maskenpflicht weiter verschärft.

Dass diese strengen Maßnahmen auch Wirkung zeigen, das machen die aktuellen Fallzahlen deutlich, so Serra. Schwer zu beziffern sind hingegen die Verluste für Mallorca aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Wichtig sei, dass die nun wieder begonnene Saison noch bis weit in den Herbst hinein dauern könne. Mittlerweile seien auch wieder 30 bis 50 Prozent der verfügbaren Hotels geöffnet.

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