Medizinischer Eingriff: Ohr am Unterarm gewachsen

Erfolgreich konnte einer 21-jährigen Soldatin ein Ohrtransplantat gegeben werden, das zuvor an ihrem Unterarm modelliert und gewachsen war.

Bei dem medizinischen Verfahren wurden Knorpel aus den Rippen der Frau entnommen. Daraus formten die Ärzte ein Ohr und pflanzten dieses unter die Haut des Unterarms der Soldatin. Nachdem sich in dem künstlichen Ohr Haut, Nerven und Blutgefäße gebildet hatten, transplantierten sie das neue Ohr an den Kopf der Frau.

„Das Ziel ist, dass das Ohr am Ende gut aussieht und Gefühl hat. In fünf Jahren wird einer, der sie nicht kennt, es nicht einmal bemerken“, sagte der zuständige Militärarzt am William Beaumont Army Medical Center, an dem die sogenannte Neovaskularisation durchgeführt wurde. Ein Artikel der U.S. Army beschreibt die gesamte Ohrrekonstruktion. „Das Ohr wird mit frischen Arterien, Vehnen und sogar frischen Nerven ausgestattet sein. Deshalb wird sie sogar fähig sein, es zu fühlen,“ ergänzt der zuständige Arzt.

Die 21-jährige Soldatin Shamika B. war vor zwei Jahren auf Grund eines geplatzten Reifens von der Straße gerutscht. Sie hatte damals ernsthafte Kopfverletzungen davongetragen und unter anderem ihr rechtes Ohr verloren. Die Heilung hatte sich monatelang hingezogen. Weil B. emotional unter den Unfallfolgen gelitten hatte, suchte sie ärztlichen Rat. Dann erfuhr sie von der möglichen Rekonstruktion ihres Ohres. Zunächst war B. schockiert und versperrte sich gegenüber der Idee, ein Ohr an ihrem Arm wachsen zu lassen.

Als B. länger darüber nachdachte, entschloss sie sich jedoch es zu versuchen. Sie wollte nicht noch entstellter aussehen, also musste ein Ersatz für das zerstörte Ohr her. „Aber ich wollte ein echtes Ohr“, sagte die 21-Jährige. „Ich hatte zuerst nur Angst, wollte aber sehen, was sich machen lässt.“ Seit ihrer Operation ist die Soldatin zuversichtlich und freut sich auf ihre Zukunft mit zwei Ohren.

Das neue Ohr soll voll funktionsfähig sein. Weil ihr Gehörkanal mit allen wichtige Strukturen im Innenohr sowie die Verbindung zum Gehirn bei B. noch intakt war, soll die 21-Jährige sogar wieder hören können. Da das neue Organ mit körpereigenem Gewebe erzeugt worden ist, muss nicht mit Abwehrreaktion gerechnet werden. Ohne Abstoßungsreaktion kann der Patient ein normales Leben führen – ohne Immunsuppressiva. Damit bietet der medizinische Eingriff eine zukunftsweisende Alternative zu herkömmlichen Organtransplantationen.