

Ein heftiges Bußgeld, wenn man es am wenigsten erwartet, ist nie eine gute Nachricht, doch genau das erwartet Millionen deutscher Autofahrer in den kommenden Wochen. Der Grund dafür sind ausgerechnet Fahrzeugsysteme, die uns eigentlich helfen sollen.
Die Wettervorhersage gleicht derzeit einer Achterbahnfahrt: In einem Moment sind wir alle bereit für den Herbst, im nächsten droht schon wieder eine Hitzewelle. Eines ist jedoch sicher: Der Herbst wird letztendlich kommen – und mit ihm eine Reihe von herausfordernden Bedingungen, die unvorbereiteten Autofahrern leicht das eine oder andere unwillkommene Bußgeld einbringen könnten.
Automatische Scheinwerfer
Automatisch angepasste Scheinwerfer gehören bei den meisten neueren Autos zur Standardausstattung und sind etwas, an das man sich sehr leicht gewöhnt: Man lässt sie einfach auf „Auto“ stehen, und das Auto erledigt den Rest. Falsch: Gerade unter schwierigen Bedingungen passen sich die Scheinwerfer naemlich möglicherweise nicht automatisch korrekt an. Laut Gesetz muss bei Dämmerung, Dunkelheit oder Sichtbehinderungen durch Regen, Nebel oder Schneefall das Abblendlicht eingeschaltet sein. Wer sich nicht daran hält, muss innerorts mit einem Bußgeld von 25 Euro rechnen. Außerorts beträgt die Strafe 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.
Intelligente Geschwindigkeitsunterstützung
Ein weiteres System, das in Fahrzeugen zunehmend Verbreitung findet, ist die Intelligente Geschwindigkeitsunterstützung (ISA). Mithilfe digitaler Karten, GPS und Kameras bietet die ISA Informationen und Hinweise, die dem Fahrer helfen, die aktuell geltende Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten. Schwierig wird es jedoch bei schlechter Sicht. Dann sollte die Sichtweite die Geschwindigkeit bestimmen: Bei einer Sichtweite von 50 Metern wären das beispielsweise 50 km/h.
Bei dichtem Nebel müssen Sie noch langsamer fahren – 50 km/h sind dann die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Wer seine Geschwindigkeit bei Nebel nicht entsprechend anpasst, muss mit einem Bußgeld rechnen – dieses beginnt bei 108,50 € und einem Punkt in Flensburg ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h bei schlechter Sicht führt laut Bußgeldkatalog beispielsweise zu einer Geldstrafe von 208,50 € sowie einem Punkt in Flensburg.
In beiden oben genannten Fällen ist es daher ratsam, sich in diesem Herbst nicht blind auf die Assistenzsysteme Ihres Fahrzeugs zu verlassen, wenn Sie kein unerwünschtes Bußgeld riskieren wollen. Es wird außerdem dringend empfohlen, auch wenn Ihr Fahrzeug über eine elektronische Traktionskontrolle verfügt, Ihre Geschwindigkeit dennoch stets an die Bedingungen auf rutschigen oder vereisten Straßen anzupassen und immer Vorsicht walten zu lassen.