Modediscounter Primark bestätigt Einstieg in Onlinehandel

Die chinesischen Angriffe auf die europäischen Märkte machen nicht nur den Autoherstellern schwer zu schaffen. Auch die Modebranche und Bekleidungseinzelhändler leiden unter dem massiven Zustrom von sogenannter Ultra-Fast-Fashion von Onlinehändlern und –plattformen wie Shein und Temu.

Sogar beliebte Discounterriesen wie der irische Bekleidungsriese Primark sind von der plötzlichen Fashion-Dominanz der Chinesen betroffen und denken ernsthaft über die Zukunft nach. Obwohl der Discounter sich enormer Beliebtheit unter den Kunden erfreut, haben die meisten trotzdem eine wichtige Beschwerde: Primark liefert nicht online. Stattdessen können die riesigen Primark-Filialen ausschließlich in Einkaufszentren, oft außerhalb des Stadtkerns, gefunden werden. Als Begründung verkündete die Geschäftsleitung in der irischen Hauptstadt Dublin, dass sich ein Post- oder Paketversand bei den niedrigen Preisen von Primark nicht lohnen werde. Das soll sich aber jetzt ändern. 

Neues Logistikcenter für Onlinekunden

Laut Berichten in der britischen Presse hat der Discounter-Riese jetzt ein hochautomatisiertes Logistikcenter in der nordenglischen Stadt Sheffield übernommen und ist gerade dabei, dies für seine Pläne zum Onlinevertrieb einzurichten. Primark hat bereits bekräftigt, dass die Firma in Zukunft den Wünschen ihrer Kunden nachkommen wird und Online-Einkäufe an die Haustür liefert. Der Prozess soll erst in Großbritannien ausgerollt werden. Wenn es sich als erfolgreich erweist, könnte der Online-Handel auch auf den Rest von Europa erweitert werden.

Altmodische Einstellung kostet Umsatz

Laut Marktanalysten werden die Verkaufszahlen von Primark in diesem Jahr um 3 Prozent fallen. Die Schuld daran geben Finanzexperten der “altmodischen” Haltung des Mutterkonzerns, den aus dem Internet fernzuhalten. In Deutschland gibt es Primark seit dem Jahre 2009. Seither hat die irische Gruppe 20 Filialen im ganzen Land eröffnet und jährlich werden es mehr. Um den Überfluss an chinesischen Waren auf dem europäischen Markt einzudämmen, und europäischen Händlern eine Verschnaufpause zu geben, hat die EU Maßnahmen gegen unter anderem Shein und Temu unternommen. Seit dem 1. Juli werden Pakete von außerhalb der EU mit einem Wert von unter 150 Euro mit einer zusätzlichen Gebühr von 3 Euro belegt. Die Massnahmen haben bereits Erfolg verzeichnet, denn der Chinaversand von Billigmode und –gegenständen ist bereits um 40 Prozent eingebrochen. Allerdings arbeiten die Chinesen gerade an einer Lösung, um die Gebühr zu umgehen. Sowohl Shein als auch Temu bauen gerade riesige Logistikhallen in Europa, von wo aus sie in Zukunft ihren Angriff auf die Märkte hierzulande fortsetzen wollen. 

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Social
Alexander Grünstedt