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Mordfall Peggy – Razzia und neue Indizien sorgen für Hoffnung

Es ist bereits 17 Jahre her und dennoch geben die Ermittler im Mordfall der kleinen Peggy einfach nicht auf. Der Mörder ist noch auf freiem Fuß, aber es gibt eine neue heiße Spur. Die Polizei durchsuchte mehrere Häuser in Bayern.

Alle Beteiligten hoffen auf eine neue Entwicklung im Mordfall der kleinen Peggy, die 2001 auf dem Heimweg von der Schule spurlos verschwand. Am Mittwoch durchsuchten die Ermittler mehrere Anwesen in Bayern, darunter auch den Hof von Manuel S. in Markleuthen.

Die Polizei teilte den offiziellen Grund für die Razzia bei Manuel S. mit: „ER rückte aufgrund der Neubewertung bereits bestehender polizeilicher Erkenntnisse zusammen mit jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnissen von am Fundort in Rodacherbrunn sichergestellten Spuren wieder in den Fokus.“

Der Verdächtige Manuel S. lebte früher in Lichtenberg. Heute ist er mit seiner Nichte verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder. Manuel S. betreibt einen Biobauernhof und arbeitet nebenbei in einem Bestattungsunternehmen.

Schon früher gehörte der Beschuldigte zum „relevanten Personenkreis“ im Fall Peggy, so die Polizei. Der 41-Jährige geriet durch neue Untersuchungsergebnisse zu Spuren vom Fundort von Peggys Knochen wieder in den Verdachtskreis. Im Sommer 2016 entdeckte ein Pilzsammler Teile eines Skeletts in dem Waldstück in Thüringen. Der Fundort befindet sich ca. 20 Kilometer von Lichtenberg entfernt.

Laut Polizei gaben es „aufwendige Spurensicherungsmaßnahmen am Fundort“. Die Ermittler fanden umfangreiches Spurenmaterial, welches gesichert und untersucht wurde. Aus den Ergebnissen erschloss die Polizei: „Hieraus ergaben sich Verdachtsmomente gegen den Mann“.

Mit 17 Einsatzwagen umstellten die Beamten das Anwesen des Verdächtigen. Gemeinsam mit seiner Frau wurde Manuel S. aufs Polizeipräsidium zum Verhör mitgenommen. Nach mehreren Stunden wurde Manuel S. wieder freigelassen. Gegenüber der Presse sagte er nur: „Dazu sage ich nichts“.

Dem 41-jährigen Familienvater wird vorgeworfen die Leiche der kleinen Peggy transportiert zu haben. Und der Verdächtige besitzt für den Tatzeitpunkt kein stichfestes Alibi. Am Tag des Verschwindens von Peggy hatte Manuel S. frei. Er gab an einen Termin beim Landwirtschaftsamt und später am Tag beim Finanzamt gehabt zu haben. Doch Peggy verschwand genau zwischen den beiden Ämterterminen.

Ulvi K. wurde 2004 als Mörder von Peggy verurteilt. Zehn Jahre später wurde er in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen.