Mysteriöser SEK-Einsatz auf Nordseefähre und drei Festnahmen

Spezialeinsatzkräfte der Polizei stoppten eine Nordseefähre im Rahmen eines auffälligen Großeinsatzes. Dabei wurden drei Personen festgenommen. Laut BILD besteht ein Zusammenhang zum Mord an CDU-Politiker Walter Lübcke.

Eine Nordseefähre auf dem Weg von Harlesiel in Niedersachsen zur Insel Wangerooge wurde noch vor Abfahrt von einem SEK-Einsatz aufgehalten. Schwer bewaffnete Spezialeinsatzkräfte baten alle Passagiere das Schiff zu verlassen und durchsuchten die Fähre von oben bis unten. Erst drei Stunden später legte das Schiff wieder ab. In der Zwischenzeit wurden drei Personen vor Ort festgenommen. Medienberichten zufolge handelte es sich dabei um eine Frau und zwei Männer.

Die BILD-Zeitung will von einem anonymen Insider wissen, dass der Einsatz im Zusammenhang mit dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke stehe. Die Mordkommission wollte dazu „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine Angaben machen. Die zuständige Polizeiinspektion am Ort des heutigen Geschehens in Niedersachsen erklärte lediglich: „Die polizeilichen Maßnahmen, bei denen Kräfte aus Niedersachsen eingesetzt waren, fand für ein anderes Bundesland statt.“ und bestätigte, dass die Fahrgäste zweier Fähren auf dem Weg nach Wangerooge wegen eines Polizeieinsatzes Verspätungen in Kauf nehmen mussten.

„etwas viel Größeres“
Zeugen berichten dass vor Ort etwa 30 Einsatzkräfte der Polizei im Einsatz gewesen sein sollen. Auch ein Hubschrauber wurde gesichtet. Ein Reisender, den Focus Online zitiert, fragte die Mitarbeiter der Fähre was los sei. Diese hätten jedoch keine Auskunft geben dürfen. Der Passagier, erkundigte sich, ob etwas mit dem Schiff nicht in Ordnung sei. Darauf antwortete man ihm „nein, es sei etwas viel Größeres.“ Die Mitarbeiter der Fähre seien erschüttert gewesen. Eine Frau soll gesagt haben: „So etwas habe ich in 13 Jahren nicht erlebt, wo ich hier arbeite.“

Fall Lübcke: Erste Festnahme am Wochenende
Bereits am Samstag hatte die Polizei eine Person aus dem privaten Umfeld des erschossenen Politikers festgenommen und befragt. Am frühen Sonntagmorgen wurde der Mann wieder freigelassen, weil es keine Anhaltspunkte gab, „die eine Tatausführung beziehungsweise eine Tatbeteiligung“ stützen, so ein Sprecher des LKA. Um den Befragten „und die weiteren Ermittlungen zu schützen“, wurden offiziell keine weiteren Informationen herausgegeben. Aus Polizeikreisen hieß es, dass man bisher von einem Täter aus dem privaten Umfeld des Politikers ausging. Der 65-jährige CDU-Politiker Walter Lübcke wurde eine Woche zuvor tot auf seiner Terrasse in Wolfhagen-Istha bei Kassel gefunden. Die Untersuchung der Leiche ergab, dass Lübcke durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe erschossen worden war.