Nach Infektionsrekord schließt Mallorca Restaurants

Die Lage in der Corona-Pandemie hat sich in Spanien seit Ende Dezember dramatisch verschlechtert. Deshalb gelten in einigen Teilen des Landes nun wieder harte Maßnahmen. Auf Mallorca ist die Lage besonders schlimm.

Wegen der immer weiter steigenden Infektionszahlen wurden für die Urlaubsinsel Mallorca, die Region Madrid und weitere Teile in Spanien nun eine Verschärfung der bestehenden Corona-Maßnahmen beschlossen. Auf den Balearen müssen ab Dienstag wieder alle Restaurants, Bars und Kaffee, aber auch alle Kaufhäuser, Einkaufs- und Fitnesszentren schließen. Dies wird für mindestens zwei Wochen gelten, nachdem es zu einem regionalen Infektionsrekord gekommen ist. Das hat Pilar Costa, die balearische Regierungssprecherin am Freitag in Palma mitgeteilt.

Betroffen sind dann im Einzelhandel alle Läden, die mehr als 700 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Lediglich der Verkauf von Lebensmitteln, Medikamenten und den wichtigsten Produkten des täglichen Bedarfs bleibt dann noch erlaubt.

Nach der an der Grenze zu Portugal liegenden Region Extremadura (716) sind die Balearen mit 529 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb der letzten 14 Tage die mit am schwersten von Corona betroffene Region in Spanien. Wie die regionale Gesundheitsministerin Patricia Gómez sagte, ist mit 707 Infektionen innerhalb von 24 Stunden auf den Inseln der höchste Wert seit dem Ausbruch der Pandemie registriert worden. Auf Mallorca ist die Lage derzeit besonders schlimm. Innerhalb von 24 Stunden sind dort 485 Neuinfektionen festgestellt worden. Somit liegt auf der Insel der 14-Tage-Inzidenzwert bei 608.

Weitere Gemeinden und Bezirke in Region um Madrid werden abgeriegelt

Unterdessen werden in der Region um Madrid ab dem kommenden Montag neun weitere Gemeinden sowie 23 kleinere Bezirke für vierzehn Tage abgeriegelt. Dies hat die Regionalregierung bekanntgegeben. Somit sind nun insgesamt 14 Gemeinden und 41 kleinere Bezirke von den Maßnahmen betroffen. Die Anwohner dürfen jetzt nur noch aus einem triftigen Grund ihre Nachbarschaft verlassen oder betreten. Von den insgesamt 6,7 Millionen Bewohnern dieser Autonomen Gemeinschaft sind rund 1,2 Millionen direkt betroffen.

Seit Ende Dezember wird die Lage in Spanien immer schlimmer. Binnen 14 Tagen kletterte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zuletzt auf 321. Bei 250 lag dieser Wert noch am Ende des Dezembers. Über zwei Millionen Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus sind seit dem Ausbruch der Pandemie in dem Land gemeldet worden.

Mittlerweile sind mehr als 51.000 Menschen mit Covid-19 in dem Land mit rund 47 Millionen Einwohner gestorben. Am Freitag sagte der Gesundheitsminister Salvador Illa: „Die Lage ist deutlich schlechter geworden. Uns stehen harte Wochen bevor“.