Nach Messer-Attacke: Polizei schießt auf Flüchtling

Polizist schießt auf aggressiven Afrikaner in einer Flüchtlingsunterkunft.

NRW: In der Nacht zum Sonntag eskalierte ein Polizeieinsatz in einer Dortmunder Flüchtlingsunterkunft. Einer der Beamten sah sich gezwungen, einem Flüchtling ins Bein zu schießen, nachdem dieser mit einem Messer auf die Polizei losgegangen war.

Zunächst war der 19-jährige Afrikaner mit einem gleichaltrigen Flüchtling in Streit geraten und hatte diesen mit einem Messer leicht verletzt. Daraufhin wurde die Polizei hinzugezogen. Als die versuchte, die Lage zu klären, soll der 19-Jährige einen der Beamten mit einem Messer attackiert haben.

Wie die Polizei berichtet, hätten die Beamten daraufhin versucht den Mann mit Reizgas in Schach zu halten. Dies sei jedoch erfolglos gewesen. Daraufhin hätte einer der Beamten seine Waffe gezogen und dem Afrikaner in den Unterschenkel geschossen.
Laut BILD-Berichterstattung kam es irgendwann während des Zwischenfalls zu einer Flucht durch das Fenster der Flüchtlingsunterkunft. Der Afrikaner soll von dort aus auf das Vordach geklettert sein, woraufhin die Einsatzkräfte vor Ort gefürchtet hätten, er könnte herunterstürzen oder springen. Daher wurden Sprungkissen aufgebaut und die Feuerwehr hielt sich bereit.

Gegen den 19-Jährigen wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Er schwebt derzeit nicht in Lebensgefahr. Ob der Einsatz der Schusswaffe gerechtfertigt war, ermittelt die Mordkommission des Polizeipräsidiums Recklinghausen. In der Pressemitteilung der zuständigen Polizeibehörde heißt es, „der Schuss wird beim derzeitigen Ermittlungsstand als Notwehrhandlung gewertet“.

Weitere Schüsse in derselben Nacht
In derselben Nacht sahen sich auch Polizeibeamte in Brandenburg gezwungen, von ihrer Dienstwaffe Gebrauch zu machen. In der Polizeimeldung heißt es, ein 51-Jähriger hätte die Beamten in der Brandenburger Altstadt mit einer Kettensäge bedroht. Auch dieser Aggressiv-Täter ließ sich nicht mit Pfefferspray überwältigen. Daraufhin habe einer der Beamten seine Waffe gezogen und einen Warnschuss abgegeben, ein zweiter Schuss soll in Richtung des Sägen-Angreifers gegangen sein, verfehlte diesen jedoch.

„Der Mann wandte sich daraufhin ab und konnte mit den eintreffenden Unterstützungskräften unter erheblicher Widerstandsleistung zu Boden gebracht und festgenommen werden. Aufgrund der erheblichen Gegenwehr des Mannes verletzten sich drei Kollegen bei der Festnahme leicht“, heißt es in der ausführlichen Pressemitteilung der Polizei. Die Mordkommission ermittelt gegen den 51-Jährigen wegen versuchten Totschlags. Zudem wurde ein Ermittlungsverfahren eröffnet, um zu prüfen, ob der Schusswaffengebrauch des Beamten gerechtfertigt war.