NAto alarmiert: Massive Truppenbewegungen in Russland

Die US-Armee in Europa sieht eine „potenziell bevorstehende Krise“, Washington spricht von einem „aggressiven Vorgehen“. Seit Tagen bewegen sich russische Panzer und verschiedenste militärische Einheiten an die Grenze zur Ukraine.

Wie die „New York Times“ berichtet, erhöhte die US-Armee in Europa ihre Bedrohungseinschätzung bezüglich des Russland-Ukraine-Konflikts auf die höchste Stufe. Der Status laute nun „potenziell bevorstehende Krise“ statt „mögliche Krise“ wie zuvor. Im Klartext: Man rechnet akut mit Krieg. Der Generalstabschef der Vereinigten Staaten, Mark Milley teilte mit, dass man mit Sorge russische Truppenbewegungen Richtung Ukraine beobachte.

Auch die Nato ist alarmiert. Ein Sprecher sagte, dass man beunruhigt sei wegen „Russlands jüngsten, groß angelegten Militäraktivitäten in und um die Ukraine“. Nach Informationen des ukrainischen Militärs sei die russische Militärstärke in den vergangenen Tagen an drei Orten verdichtet worden.

Details nennt die russische Initiative „Conflict Intelligence Team“, welche Militärsichtungen russischer Passanten auswertet. Die Plattform berichtet, dass seit Tagen Straßen und Züge in massivem Umfang genutzt würden, um russische Militärressourcen zu verlegen. Die Rede ist von tausenden Waffen und zehntausenden Truppen. Gesichtet wurden unter anderem Panzer, Schützenpanzer und Artillerie-Geschütze, Brückenbau-Material, Kommunikationsanlagen und Militärkrankenwagen.

Wenn diese Informationen stimmen, bereitet Russland möglicherweise einen groß angelegten Feldzug vor.

Russland bezeichnete die Truppenbewegungen als Selbstschutzmaßnahme: „An den russischen Grenzen nehmen die Aktivitäten der Nato, anderer Bündnisse und einzelner Staaten zu“, sagte ein Präsidialamtssprecher. „Das alles verpflichtet uns, wachsam zu sein“, so der russische Sprecher.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte nach einem Bericht von „Reuters“, eine Eskalation in der Donbass-Region könne die Ukraine zerstören. Entsprechende frühere Bemerkungen von Präsident Putin träfen immer noch zu.

Eigentlich besteht seit letztem Juli ein Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland. Trotzdem war und ist die Situation weiterhin angespannt. Seit Mitte Februar kommt es verstärkt zu Kampfhandlungen bei denen mindestens 70 Menschen getötet worden sind. Einem Statement der Nato zufolge, untergrabe Russland die Friedensbemühungen in der Ostukraine.

Seit 2014 befinden sich Russland und die Ukraine in einem nicht-offiziellen Kriegszustand. Vor rund sieben Jahren annektierte Russland zuerst die ukrainische Halbinsel Krim und löste dann einen bewaffneten Konflikt im Osten der Ukraine aus, dem sogenannten Donbass. Offiziellen Angaben zufolge starben im Zuge dieser Gefechte bereits 13.000 Menschen. Innerhalb der Ukraine kämpfen prorussische Rebellen gegen ukrainische Sicherheitskräfte. Russland wird vorgeworfen, die Rebellen zu unterstützen. Moskau bestreitet dies.