Neuartiger Versuch geglückt: Blinder kann wieder sehen

Spezialisten in Israel gelang, was bislang nur graue Theorie war. Ihr 78-jähriger Patient kann nach 10 Jahren Blindheit wieder sehen mit Hilfe einer künstlichen Hornhaut. Die weltweit erste Transplantation einer synthetischen Hornhaut ist damit geglückt.

Im Rabin Medical Center in Petach Tikwa (Israel) gelang es Ärzten erstmals eine künstliche Hornhaut namens „KPro“ zu transplantieren – mit Erfolg. Ihr 78-jähriger Patient kann nach zehn Jahren wieder sehen wie vor seiner Erblindung.

Für den Probanden war der Versuch die letzte Chance sein Augenlicht zu retten. Viermal hatten Augenärzte dem 78-Jährigen bereits Spenderhornhäute implantiert, in der Hoffnung seine Sehkraft wieder herzustellen. Doch die Versuche waren alle gescheitert. Für den Patienten war die Operation am 3. Januar die letzte Hoffnung, jemals seinen Enkeln ins Gesicht blicken zu können.

Wie Dr. Irit Bahar, die zuständige Direktorin der Abteilung für Augenheilkunde am Rabin Medical Center, erklärte, verschlechtere jeder weitere Eingriff die Aussichten auf Erfolg. Mit der synthetischen Hornhaut habe sich dies nun verändert. „Dieser chirurgische Eingriff war unkompliziert und das Ergebnis übertraf alle unsere Erwartungen. Der Augenblick, als wir die Verbände abnahmen, war ein bewegender und bedeutsamer Moment. Momente wie diese sind die Erfüllung unserer Berufung als Ärzte.“ sagte Bahar.

Ihrem Patienten wurden schon am nächsten Tag nach dem Eingriff die Augenbinden abgenommen. Er zeigte sich augenblicklich in der Lage, seine Finger zu zählen, Ziffern von einer Tafel abzulesen und seine Familienmitglieder zu erkennen. Der Versuch war ein voller Erfolg!

Die synthetische Hornhaut „KPro“ wurde vom Startup-Unternehmen „CorNeat“ hergestellt. Der Hornhaut-Produzent will nach diesem erfolgreichen Start in einer Versuchsreihe insgesamt zehn Patienten in Israel mit der KPro ausstatten. Ein weiteres Versuchszentrum startet noch diesen Monat in Kanada. Als nächstes werden die künstlichen Hornhäute Patienten in den USA, den Niederlanden und in Frankreich implantiert.

Für die Studie kommen ausschließlich Blinde in Frage bei denen die Transplantation einer Spenderhornhaut zwar theoretisch helfen könnte, aber nicht möglich oder schon mehrmals fehlgeschlagen ist. CorNeat hofft, dass es in naher Zukunft überflüssig sein wird, auf Spendergewebe zu warten.

„Die Innovation liegt hier in der Möglichkeit, etwas völlig Synthetisches, das keine Zellen oder Gewebe hat, in die Augenwand zu implantieren, so dass es im Wesentlichen ein Teil des Körpers wird“, erklärte CorNeat-Mitbegründer Dr. Gilad Litvin und Erfinder der KPro gegenüber dem Nachrichtensender „Channel 13 News“.