Neue Details im Fall Küblböck: Diagnose, Schnitt-Verletzung und Alarm

Sänger Daniel Küblböck ist am 9. September von der „Aida Luna“ verschwunden. Vor seinem Sprung ins eiskalte Atlantik-Wasser wollte er ins Schiffshospital und wurde abgewiesen.

Der SPIEGEL berichtet in seiner neuen Ausgabe detailliert über die Todesnacht von Daniel Küblböck. Das Magazin hat von seinen Quellen erfahren, dass der der Sänger sich vor seinem Sprung in die Labradorsee an einer zerbrochenen Weinflasche verletzt hatte. Daraufhin sei er zur Rezeption gegangen und wollte zum Schiffshospital. Da dies gegen 3:00 Uhr morgen nicht möglich war, beschwichtigte das Personal ihn, er müsse warten, bis die medizinische Abteilung des Schiffes wieder öffne. Küblböck soll sich dann sehr wütend gezeigt haben. In den folgenden drei Stunden löste er dreimal den Alarm aus. Gegen 5:00 Uhr sei er schließlich von Bord gesprungen.

Akute Psychose
Nach SPIEGEL-Informationen litt Küblböck seit Längerem an Panikattacken und Angstzuständen. Er sei im März zu einer Psychologin in Berlin gegangen und habe dort über Panikattacken geklagt. Wenn er Bahn fahre, bekäme er Atemprobleme, im Bett Kopfschmerzen und beim Genuss von Alkohol Herzrasen. Diese Symptome würden bei ihm Todesangst auslösen. Wenige Wochen vor dem Antritt der Reise ließ Küblböck sich von einem Neurologen in Palma untersuchen. Der Nervenarzt stellte fest, Küblböck leider „wahrscheinlich an der akuten Episode einer schizophrenen Psychose“.

Küblböck wollte eine Frau sein
Weiter behauptet der SPIEGEL, dass Küblböck sich selbst mit dem weiblichen Sexualhormon Estradiol medikamentiert hatte. Offenbar wurde eine leere Packung des Hormons in seiner Kabine an Bord gefunden. Zudem soll er dem musikalischen Leiter seiner Schauspielschule mitgeteilt haben, dass er kein Mann mehr sein wolle. Am Tag der Abreise erhielt dieser eine Facebook-Nachricht von Küblböck: „Ich gehe bald in Therapie, weil ich mich in meinem männlichen Körper nicht mehr wohl fühle und meine Rolle als Aurora mir gezeigt hat, wie gerne ich eine Frau wäre“, schrieb Kaiser-Küblböck, und weiter: „Es hat mir die Tür zu meinem Ich geöffnet, und ich kann jetzt endlich diesen Weg wagen, der sehr hart und schmerzvoll sein wird.“

Suizid?
Aufnahmen von Überwachungskameras der „Aida Luna“ zeigen, wie ein Mann ohne Frembeteiligung am 9. September von Bord sprang. Der Suizid gilt als sehr wahrscheinlich.

Menschen die unter Suizidgedanken leiden, können sich kostenlos an die Telefonseelsorge wenden: 0800 111 0 111 (alternativ 0800 111 0 222). Unter www.frnd.de („Freunde fürs Leben“) finden sich weitere Informationen und Hilfsangebote.